Auszeichnung mit Platin! Wutzl im Wein-Olymp. Winzer aus Gobelsburg holte Platin bei größtem Weinwettbewerb der Welt in London.

Von Franz Aschauer. Erstellt am 12. Juni 2019 (05:44)
Franz-Josef Wutzl ist mit der Platin-Medaille für seinen Grünen Veltliner in Österreichs Weißwein-Elite angekommen. Daneben produziert der Jungwinzer auch einen hervorragenden Rotwein.
privat

Der Decanter World Wine Award in London ist der größte und einflussreichste Weinwettbewerb der Welt. Fast 17.000 Weine werden binnen zwei Wochen von 280 anerkannten internationalen Weinexperten blind verkostet und beurteilt. Lediglich 148 davon wurden mit einer Platin-Medaille, der höchsten Auszeichnung, bedacht.

Unglaubliche 97 von 100 Punkten abgeräumt!

Nur ein Vertreter aus Österreich schaffte es in diese erlauchte Auswahl, und der kommt aus dem Kamptal. Der Grüne Veltliner Ried Gebling, Alte Reben, Kamptal Reserve 2017 des Weingutes Wutzl aus Gobelsburg bekam unglaubliche 97 von 100 Punkten und hielt damit nicht nur die rot-weiß-rote Fahne in London hoch, sondern staubte auch die beste Bewertung aller eingereichten Grünen Veltliner ab.

„Eine ausdrucksstarke und vielschichtige Nase mit Aromen von reifen Aprikosen, Nektarinen, Oolong-Teeblättern, Cashewnüssen, Limetten und weißem Pfeffer. Am Gaumen ein seidiges Mundgefühl und tropische Früchte in wunderbarer Balance mit der Säure. Ein langer und anhaltender Abgang mit hohem Alterungspotential“, so beschreibt die Decanter-Expertenjury den edlen Tropfen mit 13,5 Volumsprozent Alkohol.

Produziert hat den Erfolgswein der junge Chef des Weinguts Wutzl, Franz-Josef Wutzl. „Das ist die wichtigste Auszeichnung, die wir je eingefahren haben“, ist der 26-Jährige überglücklich und erzählt: „Seitdem ich im Frühjahr 2018 das Weingut von meinem Vater übernommen habe, arbeiten wir stark exportorientiert. Die Platin-Medaille beim Decanter Award hat uns jetzt schon einen Riesen-Schub verliehen.“

Erst überlegt, Wein überhaupt einzureichen

Witziges Detail am Rande: Wutzl überlegte anfangs, ob er überhaupt einen Wein nach London schickt. „Die Einreichung ist ziemlich teuer. Gott sei Dank habe ich mich dann aber doch dafür entschieden.“

Was ist das Erfolgsrezept des neuen Aushängeschildes aus dem Hause Wutzl, das auch für seine guten Rotweine bekannt ist? „Ich habe in den letzten zwei bis drei Jahren viel mit Spontanvergärung getüftelt. Der Wein ist sehr lang auf der Vollhefe verblieben“, verrät Wutzl.