Kurator erzählt über Irrfahrt der Stifts-Schätze. Bernhard Rameder verrät im Kesselhaus neue Erkenntnisse über Geschehnisse nach 1939.

Von Petra Vock. Erstellt am 17. September 2017 (05:09)
NÖN-Archiv
Das Stift Göttweig.

Was nach 1939 geschah, als Stift Göttweig enteignet und die Mönche vertrieben wurden, gleicht einem historischen Thriller: Die Kunstschätze des Klosters traten eine Irrfahrt an, die sie zum Teil bis auf Hitlers Obersalzberg und in die Salinen von Altaussee führte, wo sie nur knapp der geplanten Zerstörung entgingen.

Dabei geht es um die mittelalterlichen Handschriften und die große Münzsammlung.

„Der Willkür weniger klosterfremder Personen ausgesetzt“

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Vortrag über Odyssee der Kunstschätze von Göttweig: Bernhard Rameder.

„Mehrere hundert Goldmünzen sind bis heute verschwunden“, erzählt Bernhard Rameder, Sammlungskurator von Stift Göttweig. Er wird am Mittwoch, 20. September, 18.30 Uhr, im Kesselhaus-Kino einen Vortrag über Bekanntes und neue Erkenntnisse zu diesem Thema halten, die er in den letzten beiden Jahren recherchiert hat.

„Die Sammlungen waren der Willkür weniger klosterfremder Personen ausgesetzt“, schildert Rameder. Sein Vortrag handelt davon, wie die Kunstschätze ins Salzbergwerk gelangten, zum Teil gestohlen und mühevoll wiedergefunden wurden und erst Mitte der 50er Jahre nach Göttweig heimkehrten.

Im Anschluss wird der Film „Monuments Men“ gezeigt. George Clooney zeichnet darin die Arbeit der Kulturgüterschutz-Abteilung der „US Army“ nach, welcher viele Kunstwerke ihre Rettung verdanken (Filmstart: 20 Uhr).

Die Veranstaltung ist eine Kooperation mit dem Zentrum für Kulturgüterschutz der Donau-Universität. Kartenreservierung empfohlen: www.kinoimkesselhaus.at, 02732/90 80 00.