1.117 Fragebögen zur Kremser Badearena ausgefüllt. Der NÖN liegt das Sitzungsprotokoll einer Debatte zum Millionenprojekt vor. Stadtrat Kisling um Geheimhaltung bemüht.

Von Franz Aschauer. Erstellt am 12. Februar 2020 (06:12)
Die Badearena wird sich wohl noch zwei bis drei Jahre in diesem Bild präsentieren. Einen Termin für den Baubeginn auszugeben, traute sich bislang niemand.
Martin Kalchhauser, Johann Lechner

Die Badearena neu, das „Top-Secret-Projekt“ schlechthin. Baudirektor Reinhard Weitzer, der Chef der Steuerungsgruppe und Sportstadtrat Albert Kisling wollen den Informationsfluss so gering wie möglich halten – zumindest bis zur Zukunftskonferenz am 21. Februar, bei der sie die Ergebnisse der Fragebögen präsentieren.

Sportstadtrat Albert Kisling wies die Stakeholder auf absolute Vertraulichkeit der Beratungen hin.
NOEN

Kisling soll beim zweiten Stakeholdertreffen mit Schulen und Vereinen gar gesagt haben, dass sich die Teilnehmer nicht an die Presse wenden sollen. Eine Kommunikationsstrategie, die nicht jedem gefällt. Birgit Fürnkranz-Maglock, die Leiterin der Kremser Schwimmschule, sagt dazu: „Ich verstehe nicht, warum wir uns den Mund verbieten lassen sollen. Ich will mich für unsere Anliegen einsetzen.“

Ein anderer Sitzungsteilnehmer, der auch einen offenen Umgang mit den aktuellen Informationen zu dem 24-Millionen-Euro-Projekt favorisiert, ließ der NÖN das Besprechungsprotokoll von dem Termin am 28. Jänner zukommen. Die Vertraulichkeit des Treffens betont Kisling darin gleich am Anfang.

Chiparmbänder und ein tieferes Sportbecken

Hervor geht auch, dass sich neben dem Schwimmverein auch die Schulen intensiv für ein Sportbecken mit acht Bahnen einsetzen. Sowohl bei Bürgermeister Reinhard Resch als auch ihm selbst hätten sich Lehrer gemeldet und sich für diese Lösung ausgesprochen. Weitere genannte Anliegen sind ein eigenes Lehrschwimmbecken für Schulen und Vereine, die Erhöhung der Wassertiefe auf drei Meter und die Installation eines mobilen Sprungbretts. Bevorzugt wird außerdem „eine nach Nutzung differenzierte Preisgestaltung“, abgewickelt durch Chip-Armbänder.

Bekannt ist mittlerweile auch das exakte Interesse an den Fragebögen, die rund zwei Monate online und in der Badearena auflagen. 1.117 ausgefüllte Versionen gingen bei der Stadt ein. Nun startet die Steuerungsgruppe mit der Grundlagenermittlung, die als Basis eines Raum- und Funktionskonzeptes dienen soll. Danach ist ein Architekturwettbewerb geplant. Eine terminliche Zielsetzung für den Baubeginn ist bis dato nicht genannt worden.