Vergewaltiger wandert elf Jahre hinter Gitter. „Aber Sie haben keine Beweise“, schrie Afghane empört auf, als er erkennen musste, dass Schöffensenat dem Opfer (46) glaubte.

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 08. Mai 2018 (06:15)
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Nach dem Urteil brach der junge Mann in Tränen aus.

„Ich bin ein aufrichtiger und ein guter Mensch. Wenn ich etwas falsch gemacht habe, dann gestehe ich das ein“, ließ der 20-jährige Asylwerber aus Afghanistan per Dolmetsch den Schöffensenat wissen. Er beteuerte seine Unschuld und will kein Sexunhold sein.

„Wie erklären Sie die Verletzungen bei der Frau?“

Er habe nur einen Fehler begangen, räumte er ein. Den Fehler, auf das Sexangebot der älteren Dame, die er am Heimweg zufällig in Hadersdorf getroffen habe, eingegangen zu sein, sagte er und gab sich beschämt, darüber zu sprechen. Er sei damals alkoholisiert gewesen und deshalb mit der Frau mitgegangen. Es sei zu einvernehmlichem Sex gekommen, bekannte er leise. Er habe ihr nicht vor der Tür aufgelauert und sie in die Wohnung gedrängt, sie nicht geschlagen und auch nicht bedroht. Man habe sich zum Abschied geküsst und umarmt, beteuerte er.

„Wie erklären Sie die Verletzungen – eine gebrochene Nase und zahlreiche Hämatome – bei der Frau?“, wollte Richter Gerhard Wittmann wissen.

„Ich weiß es nicht. Als ich ging, war sie unverletzt“, beteuerte der 20-Jährige. Gar keine Worte fand der Afghane, als der Richter auf die schweren Folgen bei der Hadersdorferin zu sprechen kam: „Die Frau ist schwer traumatisiert. Wenn der Sex einvernehmlich war, hätte die Frau keine körperlichen und psychischen Probleme.“

Der 20-Jährige wurde schließlich der Vergewaltigung für schuldig befunden und zu einer elfjährigen Gefängnisstrafe verurteilt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.