Kremser lassen ersten Matchball liegen

Erstellt am 20. Mai 2022 | 11:14
Lesezeit: 4 Min
Alle Zeichen standen am Donnerstagabend für den UHK Krems auf Finaleinzug. Vor beeindruckender Zuschauerkulisse sicherten sich aber die Fivers Margareten nicht ganz unverdient ein drittes Duell im HLA-Semifinale.
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FÖRTHOF UHK KREMS – FIVERS WAT MARGARETEN 35:37 (18:19). Beide Teams starteten bis zum 7:7 (11.) im Gleichschritt in die Partie, bevor die Fivers kurzfristig auf 10:7 (14.) davonzogen. Dabei offenbarte sich bereits, dass die Kremser mit dem schnellen Umschaltspiel der Wiener nicht so gut zurecht kamen wie zuletzt. Immerhin gelang Matthias Führer nach zwanzig Minuten den erneute Ausgleich zum 14:14. Bis zur Halbzeitsirene konnte sich keine Mannschaft mehr entscheidend absetzen. Der erhoffte UHK-Booster wurde in dieser Phase ausgerechnet von einem Ex-Kremser zunichte gemacht: Tormann-Routinier Wolfgang Filzwieser, der in seiner Zeit bei den Wachauern mit dem Titel „Hexer“ oft die Kastanien aus dem Feuer geholt hatte, ließ die Offensive seines Ex-Teams mit mehreren Glanzparaden schlecht aussehen. Sein Gegenüber Thomas Eichberger konnte nicht an die Form vom Aufeinandertreffen in der Hollgasse anschließen.

Kurzes Strohfeuer verglühte schnell

Der traditionelle „Hänger“ des Heimteams nach Seitenwechsel blieb zwar diesmal aus, ein Treffer von Sebastian Feichtinger in numerischer Unterzahl sorgte aber für die letzte rot-gelbe Führung in diesem Halbfinale (33.). In der Folge mehrten sich die Kremser Fehler im Angriff. Das Auspacken der Brechstange, die Romas Kirveliavičius nach gutem Comeback-Einstand mehrmals in die Hand genommen hatte, beeindruckte Margareten-Goalie Filzwieser überhaupt nicht. In der Defensive ließ man Kolar & Co. im gebundenen Spiel zu viele Freiheiten, welche die Fivers eiskalt ausnützten. Beim Spielstand von 25:30 (42.) zog Trainer Ibish Thaqi mittels Team-Timeout erstmals die Notbremse. Es blieb bei einem kurzfristigen Aufflackern der gewohnten Wachauer Spielstärke. Zu einem Umschwung reichte es aber nicht mehr. Bei 37 Gegentoren ist eben kein Spiel zu gewinnen.

Fragwürdige Schiedsrichter-Entscheidungen

Obwohl der Erfolg des Erzrivalen völlig in Ordnung geht, muss man noch ein Wort zu den beiden Unparteiischen, dem nahezu unbekannten Duo Leskovec/Vidic, verlieren. So betrug das Zeitstrafen-Verhältnis zwei zu fünf Hinausstellungen zu Ungunsten der Thaqi-Schützlinge, wobei die Fivers-Akteure mit ihren Abwehr-Aktionen ebenfalls die eine oder andere Zwangspause durchaus verdient hätten. Dazu gesellten sich noch einige weitere fragwürdige Entscheidungen gegen das Heimteam. So standen die gegnerischen Flügelspieler beim Anwurf nach einem Gegentreffer oft schon in der Kremser Zone und hatten dadurch einen entscheidenden Vorteil gegenüber den zurücklaufenden Heimischen. Viele UHK-Anhänger hatten das Gefühl, dass die Referees erst, als die Partie schon entschieden war, in die richtige Spur fanden.

Ibish Thaqi (Trainer UHK Krems): „Der Sieg der Fivers geht völlig in Ordnung. Woran es schlussendlich lag, kann ich augenblicklich nicht erklären. Waren einige Spieler zu überzeugt, dass der Sack im Heimspiel zugemacht wird? War es der Druck vor dieser imposanten Zuschauerkulisse, welche vor allem für unsere Youngsters völlig ungewohnt war? Ich kann es mir nicht erklären. Faktum ist, dass wir alle im Kopf wieder klar kommen müssen. Das Momentum ist leider weg. Am Dienstag kommt es zum Showdown in der Hollgasse, wo wir im ersten Spiel schon bewiesen haben, dass ein Erfolg und die damit verbundene HLA-Finalrunde gegen Hard durchaus realistisch ist.“

Tore UHK Krems: Jakob Jochmann (10/5), Gašper Hrastnik (5), Matthias Führer (4), Fabian Posch (4), Sebastian Feichtinger (3), Tobias Auß (3), Marko Simek (2), Romas Kirveliavičius (1), Benedikt Rudischer (1), Kenan Hasecic (1).

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