Kremser Schulterschluss für Kardiologie. Erstmals Dringlichkeitsantrag von allen sechs Gemeinderats-Fraktionen eingebracht.

Von Martin Kalchhauser. Erstellt am 30. April 2019 (04:35)
Martin Kalchhauser
Alle einig für Erhalt der Kardiologie: Sandra Mayer (Grüne), Wolfgang Mahrer (KLS), Susanne Rosenkranz (FPÖ), Erwin Krammer (ÖVP, von links) und Albert Kisling (SPÖ, vorne). Foto: Martin Kalchhauser

Geschichte schrieb der Kremser Gemeinderat in seiner vorwöchigen Sitzung mit einem Dringlichkeitsantrag, der von allen Fraktionen gemeinsam eingebracht wurde. Es geht um die drohende Abwanderung der Abteilung für Kardiologie in das Krankenhaus Zwettl.

Spätestens 2025 soll laut ÖSG (Österreichische Strategieplanung Gesundheit) die Abteilung verlegt werden. In einem gemeinsamen Antrag der sechs Fraktionen (SPÖ, ÖVP, FPÖ, KLS, Grüne und ProKS) wird Bürgermeister Reinhard Resch beauftragt, bei Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner zu intervenieren, dass dem Kremser Uni-Klinikum dieser fachliche Aderlass erspart werden soll.

Verlagerung birgt Gefahr der Zerstörung in sich

„Die Kremser Kardiologie hat sich unter der Leitung von Gerhard Kronik besten Ruf erworben, diesen unter der neuen Leitung von Thomas Neunteufl weiter ausgebaut und kann auf die gute Kooperation mit zahlreichen Spezialisten aus anderen Krankenhäusern, insbesondere aus Wien, verweisen. Diese gut funktionierende Patientenversorgung auf medizinisch höchstem Niveau läuft Gefahr, bei einer Verlagerung zerstört zu werden, weil sich gewachsene Strukturen nicht einfach wie Schachfiguren von A nach B verlagern lassen.“

„Das Land soll die Angelegenheit nochmals evaluieren“, forderte Wolfgang Mahrer (KLS) in der Debatte. „Niemand will den Masterminds der regionalen Strategie Inkompetenz unterstellen“, formulierte Vizebürgermeisterin Eva Hollerer (SPÖ) vorsichtig. „Aber es geht hier um die ,behandelnde Kardiologie‘, etwa um Angiografien mit therapeutischen Maßnahmen.“ Bis man in Zwettl den Kremser Standard erreichen werde, könne es Jahre dauern, außerdem spreche die Bevölkerungsentwicklung für Krems.

FPÖ-Stadträtin Susanne Rosenkranz betonte, dass es wichtig sei, sich rechtzeitig einzusetzen. Und schließlich meinte Bürgermeister Resch (SPÖ), dass die Änderung bereits festgeschrieben sei. „Von den zwei Kardiologie-Abteilungen in NÖ-Mitte wird eine ins Waldviertel abwandern. Dass das nicht St. Pölten sein wird, ist klar.“

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