22-Jährige: „Ich halte es ohne Partys nicht aus“. Die NÖN traf eine Frau, die beinahe jeden Samstag mit bis zu 30 Leuten feiert. Die Angst vor der Polizei ist größer, als vor Corona.

Von Franz Aschauer. Erstellt am 14. April 2021 (05:01)
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Seit mittlerweile über einem Jahr sind die Diskotheken im Land geschlossen. Beisln und kleinere Clubs, wie jene in der Kremser Altstadt, haben nach einem Öffnungsfenster von Spätfrühling bis Herbst ebenfalls seit rund einem halben Jahr zu. Weh tut das nicht nur den Nachtgastronomen. Viele junge Leute fühlen sich in ihrer Freizeit eingeengt, manche sich gar um eines ihrer besten Lebensjahre betrogen.

So geht es auch einer 22-Jährigen aus dem Bezirk Krems. Der Unterschied der Frau zu vielen anderen jungen Erwachsenen: Sie pfeift auf die aktuelle Gesetzeslage und feiert regelmäßig Corona-Partys. „Wenn ich schätzen müsste, ist das seit einem Jahr an 80 Prozent der Wochenenden der Fall“, erzählt sie im NÖN-Gespräch. In welchem Rahmen die Partys stattfinden, möchte die 22-Jährige nicht detailliert schildern. Sie verrät lediglich, dass es sich um eine private Location handle, die mit einer semiprofessionellen Licht- und Tontechnikanlage ausgestattet sei. Zwischen 10 und 30 Bekannte seien regelmäßig bei den Partys dabei. „Da kommt schon ein disconahes Feeling auf.“

„Wir sind zwar meistens die gleiche Gruppe, es sind aber immer wieder Personen dabei, denen ich nicht vertraue. Die 22-Jährige über die Angst, erwischt zu werden.

Angst vor einer Corona-Infektion hat die 22-Jährige nicht, zumal sie regelmäßig testen sei und auch keine älteren Bezugspersonen habe. Mehr Sorgen bereitet ihr die Polizei: „Wir sind zwar meistens die gleiche Gruppe, es sind aber leider immer wieder Personen dabei, denen ich nicht zu 100 Prozent vertraue.“ Keine Bedenken hat die junge Frau wegen des nächtlichen Lärms.

Ein Unrechtsbewusstsein verspüre sie nicht, sagt die 22-Jährige, die noch nie Probleme mit der Polizei hatte, hingewiesen auf die Illegalität ihrer wochenendlichen Aktivitäten. Warum sie das Risiko in Kauf nimmt? „Ich halte es ohne Partys nicht aus. Es ist ein Gewohnheitsfaktor. Ich war vor Corona auch schon jedes Wochenende fort. Mich belasten die ganzen Maßnahmen so sehr, man kann schon von einem Entzug sprechen.“

Rundum glücklich machen die Corona-Partys die 22-Jährige nicht. Ihr gehen vor allem die sozialen Kontakte ab: „Es geht mir nicht unbedingt um romantische Beziehungen, aber einfach mal wieder andere Gesichter zu sehen, wäre schön.“