Buchpräsentation: Porträt von Frauen aus Wachau und Dunkelsteinerwald

Erstellt am 28. Juni 2022 | 09:31
Lesezeit: 4 Min
Frauenbilder Buchpräsentation
Foto: FRIEDL UND SCHMATZ GesmbH
Winzerin, Wissenschafterin, Modedesignerin, Künstlerin, Landärztin uvm.: Edith Blaschitz, Karin Böhm und Martina Scherz haben zwanzig ganz unterschiedliche Frauen aus der Wachau und dem Dunkelsteinerwald porträtiert, um zu zeigen, wie Frauen die Chancen dieser ländlich-kleinstädtischen Region nutzen, traditionelle Rollenbilder aufbrechen und erfolgreich ihren Weg gehen.
Werbung

Ass. Prof. Mag. Dr. Edith Blaschitz, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Department für Kunst- und Kulturwissenschaften der Universität für Weiterbildung Krems und wissenschaftliche Begleiterin des Buchprojekts, Karin Böhm, MA, Absolventin des Universitätslehrganges Bildwissenschaft an der Fakultät für Bildung, Kunst und Architektur der Universität für Weiterbildung Krems sowie Dipl.-Ing. Martina Scherz, Projektleiterin und Geschäftsführerin der im-plan-tat Raumplanungs-GmbH & Co KG, haben es sich mit ihrem Buch „‚Dann zeige ich allen, dass es anders ist.‘ Neue Frauenbilder aus der Wachau und dem Dunkelsteinerwald“ zum Ziel gemacht, zwanzig „Frauen zu präsentieren, die insbesondere für Mädchen und junge Frauen am Land inspirierend sein können, da viele junge Frauen nach ihrer Ausbildung nicht mehr zurückkommen“, so die Autorinnen.

Fokus auf Berufschancen in der Region

Bei der Auswahl der Frauen haben die Autorinnen den Blick auf die Berufschancen in der Region gerichtet, die sich durch die zahlreichen, in der Region ansässigen kulturellen und wissenschaftlichen Einrichtungen auftun, oder die Marktnischen in der Landwirtschaft, im Tourismus und im Handwerk eröffnen. „Einige der porträtierten Frauen arbeiten mit den Ressourcen, die die Region bietet, doch viele haben sich vor allem aufgrund der Lebensqualität oder der Verbundenheit mit der Region für das Leben hier entschieden. Dank der Digitalisierung ist es in vielen Tätigkeitsbereichen möglich, von überall aus zu arbeiten“, ist die Projektinitiatorin Martina Scherz überzeugt.

Gemeinsamkeit in der Vielfalt

Egal ob Soldatin, Schauspielerin, Handwerkerin oder Landwirtin in einem Nischenmarkt, alle zwanzig porträtierten Frauen zeichnen sich durch ihre Selbstständigkeit, ihre Eigeninitiative und ihre Tatkraft aus. Sie brechen Rollenbilder auf, beschreiten neue Pfade, setzen Ideen zielstrebig um und sind dabei kreativ und innovativ. „Gemeinsam ist allen auch, dass sie in Bewegung sind: viele sind weggegangen und wieder zurückgekehrt, oder von auswärts aus unterschiedlichen Gründen zugezogen. Sie sind regional verbunden, holen sich aber immer wieder Inspiration von außen“, so Edith Blaschitz.

Frauen sichtbar machen

Porträtiert werden Frauen, wie die 29-jährige Groisbacherin Lisa-Marie Tauber, Qualifizierungs- und Validierungsingenieurin in einem Pharmaunternehmen in Krems, die die Ortsstelle des Roten Kreuzes in Spitz leitet, Dipl.-Ing. Dr. Tania Berger, Leiterin des Clusters "Social sPACe based research in built Environment" (SPACE) am Department für Bauen und Umwelt sowie Leiterin des Fachbereichs Sozialraum und Migration am Department für Migration und Globalisierung an der Universität für Weiterbildung Krems und mit der Rauchfangkehrerin Janine Petermann aus Hafnerbach sogar eine Absolventin des Lehrgangs „Fire Safety Management“ der Universität für Weiterbildung Krems. Alle Frauen führen beeindruckend vor, wie ein modernes und selbstbestimmtes Frauenleben in ländlich-kleinstädtischen Gebieten gestaltet werden kann. Darüber hinaus wird die gesellschaftliche Wirksamkeit der Universität für Weiterbildung Krems in der Region sichtbar.

Notwendige Verbesserungen in Sachen Gleichstellung von Frauen und Männern

Dabei erweisen sich die Porträts nicht zuletzt auch als Berichte über herausfordernde Lebensphasen, etwa wenn es gilt, Beruf und Familie gut zu vereinbaren, und auch über Situationen, in denen die Ungleichbehandlung von Frauen und Männern deutlich wird. So zeigt sich etwa noch immer, dass bezogen auf die Einkommen von Frauen und Männern Österreich zu den Ländern mit den höchsten Lohnunterschieden in der EU zählt. Zudem ist auch bei der Kleinkindbetreuung in der Region noch Verbesserungsbedarf: in nur vier von 18 Gemeinden der Region Wachau-Dunkelsteinerwald gibt es Kleinkindbetreuungseinrichtungen für unter 2,5-Jährige.

Wachauforum 2022 unter dem Titel „Frauen und Männer im Welterbe“

Die anstehenden Änderungen auf dem Weg zu mehr Chancengleichheit von Frauen und Männern – sowohl innerhalb von (Paar-)Beziehungen als auch von Seiten der Politik, der Wirtschaft und der Gesellschaft – sollen nun auch im Wachauforum 2022 gemeinsam mit der Bevölkerung und den regionalen Entscheidungsträger_innen diskutiert und vorangetrieben werden.

Das vom Verein Welterbegemeinden Wachau veranstaltete Wachauforum mit Vorträgen und Interviews rund um das Thema Geschlechtergerechtigkeit findet am 8. Juli 2022, ab 14:00 Uhr im Festsaal des Hauses der Regionen statt. Das Buch „Dann zeige ich allen, dass es anders ist“ wird um 17:30 Uhr präsentiert.

Werbung