Landesgalerie in Krems: Bau im Finale. Termine für die Eröffnung 2019 stehen jetzt fest.

Von Martin Kalchhauser. Erstellt am 30. Oktober 2018 (05:55)
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Baustellenbesuch in der Vorwoche: Kulturabteilungsleiter Hermann Dikowitsch und Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner zeigten sich bei der Führung durch das Haus durch dessen künstlerischen Direktor Christian Bauer (von links) begeistert.
Martin Kalchhauser, Faruk Pinjo, LOXPIX

35-Millionen-Projekt sowohl im Kosten- als auch 7.200 Schindeln schmücken das neue Ausstellungshaus an der Kunstmeile Krems seit dieser Woche. Somit wurde ein weiterer wesentlicher Meilenstein im Baufortschritt bei der Landesgalerie Niederösterreich am Zellerplatz (künftig: Museumsplatz) erreicht.

Fünf verschiedene Schindeln getestet

Bevor der Bau mit den matten, silbergrauen Schindeln verkleidet wurde, testete man fünf unterschiedliche Muster im Hinblick auf Langlebigkeit (Wetterbeständigkeit). Auch die optimale Verträglichkeit mit den Vorgaben des Weltkulturerbes Wachau floss in die Prüfung mit ein.

Reizvolle Kontraste in der Steiner „Skyline“: Die neue Landesgalerie, das Linzertor und die Minoritenkirche bilden ein harmonisches Ensemble.
Martin Kalchhauser, Faruk Pinjo, LOXPIX

Zuletzt wurde Zink als (widerstandsfähiges, dauerhaftes) Material gewählt. Es setzt eine Patina an, die wie eine Schutzschicht wirkt und eine wartungsfreie Oberfläche bildet, und weist zudem eine gute Energiebilanz auf.

„Mit der Fertigstellung der Fassade nähern wir uns in großen Schritten der Eröffnung“, freute sich Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, die in der Vorwoche gemeinsam mit Kulturabteilungsleiter Hermann Dikowitsch der Baustelle einen Besuch abstattete. Dabei kam sie regelrecht ins Schwärmen: „Einfach gigantisch: Das Haus ist ein sensationeller Bau mitten im Weltkulturerbe. Und ich bin überzeugt, dass diese Landesgalerie der Botschafter Niederösterreichs weit über die Grenzen Europas hinaus sein wird.“

Der Bau des Gebäudes stellte die beteiligten Professionisten vor große Herausforderungen, die jedoch letztlich gemeistert werden konnten.
Martin Kalchhauser, Faruk Pinjo, LOXPIX

Dikowitsch, der berichten konnte, dass das 35-Millionen-Projekt sowohl bei den Kosten als auch bei der Zeit exakt im Plan liegt, ließ sich vom künstlerischen Leiter der Landesgalerie, Christian Bauer, gemeinsam mit Mikl-Leitner durch das Haus führen.

In diesem neuen, dynamischen Ausstellungsort für das österreichische Kunstschaffen werden die Bestände der Landessammlungen Niederösterreich mit wichtigen Privatkollektionen verbunden, wird Alt mit Neu in Dialog gesetzt. Mit Themen- und Personalausstellungen wird man auch auf Fragen der Gegenwart reagieren.

Architektonisch ist das neue Kunstmuseum am Tor zur Wachau mit seiner einzigartigen „Drehung“ ein Ausdruck der Gegenwart. Architekt Bernd Marte hat die Herausforderung eines modernen Neubaus in direktem Zusammenhang mit den Altstädten Krems und Stein angenommen: „Erst jetzt erkennt man, wie sich der gedrehte Würfel in die Umgebung einbettet. Durch die Anbringung der Schindeln, die die mittelalterliche Dachlandschaft von Stein widerspiegeln, schmeichelt das Gebäude seiner Umgebung. Die Fassade zieht die Blicke auf sich und reflektiert zugleich respektvoll die Umgebung.“