Klimawandel ist auch Thema in der Region Kampseen. Trockenperioden, Veränderungen der Regenmengen und der Vegetationsperioden als spürbare Auswirkungen in der Region Kampseen. Projekt „KLAR!“ präsentiert Maßnahmen.

Von Gerald Mayerhofer. Erstellt am 15. Februar 2020 (06:13)
KLAR!-Projektleiterin Doris Maurer (4. v. l.) und Mitarbeiterin Elisabeth Höbartner-Gußl (4. v. r.) stehen mit den Regions-Bürgermeistern Andreas Pichler (Lichtenau), Ludmilla Etzenberger (Gföhl), Günther Kröpfl (Pölla), Eva Schachinger (St. Leonhard/Hw.), Gerhard Wandl (Rastenfeld), Franz Aschauer (Jaidhof) und Josef Graf (Krumau) voll hinter dem ausgearbeiteten Maßnahmenkatalog.
Erich Hengstberger

Die sieben Gemeinden der Region Kamp seen – Gföhl, Jaidhof, Pölla, St. Leonhard/Hw., Lichtenau, Rastenfeld und Krumau am Kamp – haben sich zu einer „Klimawandel-Anpassungs-Modellregion“ (KLAR!) zusammengeschlossen und im Laufe der letzten Monate Erhebungen sowie Diskussionen durchgeführt und daraus Maßnahmen zu den bereits spürbaren Auswirkungen des Klimawandels entwickelt.

Am 28. Jänner lud die Projektleitung zu einem Info-Abend in den Stadtsaal Gföhl ein, bei dem die Ergebnisse und Umsetzungsmaßnahmen präsentiert wurden, die im Laufe der nächsten zwei Jahre in der Region umgesetzt werden sollen.

„Der Klimawandel ist bei uns angekommen – wir müssen uns anpassen und Beiträge zum Klimaschutz leisten!“Regionsobmann Gerhard Wandl

Zu den Kernthemen zählt unter anderem die Forcierung der Naturverjüngung in der Forstwirtschaft. Weiters sind „Klimachecks“ bei der Raumordnungsplanung vorgesehen – dies vor allem bei der Widmung von neuen Baulandflächen. Auch Häuslbauer werden mit themenbezogenen Informationen zum Bauen und Sanieren klimafit gemacht. Bei Gartenflächen wird der Fokus auf die Schaffung von ökologisch wertvollen Grünflächen und auf Versickerungsflächen gelegt.

Ein weiteres zentrales Thema ist der sorgsame Umgang mit Trinkwasser. Dazu werden Maßnahmen zur Bewusstseinsbildung der Bevölkerung gesetzt. Mittels Online-Kochbuch mit Rezepten aus regionalen Zutaten und Produkten sollen auch die Wirtschaft und der Konsum auf den Klimawandel abgestimmt werden.

Biologische Vielfalt wird bei den vorhandenen Gewässern im Mittelpunkt der Bemühungen stehen: Sie ist nicht nur für die Natur essenziell, sondern auch für die Freizeit- und Tourismuswirtschaft – vor allem beim Ökosystem der Kamp-Stauseen. Das Bewusstsein dazu soll mit Radtagen auf der „Volt-Radrunde“ gestärkt werden.

Nicht zuletzt werden aber auch zu den Themen Gesundheits- und Katastrophenschutz Vorkehrungen getroffen, um extremen Wetterereignissen oder längeren Trockenperioden vorzubeugen. Der Aufbau eines „Ersthelfer-Netzwerkes“ ist dazu ein wichtiger Eckpfeiler.

Der Maßnahmenkatalog wird nun beim Klima- und Energiefonds eingereicht, nach einem positiven Förderbescheid kann im Mai mit der Umsetzung begonnen werden.