100 Parkplätze entstehen in Krems. Das ramponierte alte Kremser Stadtgartenamt in der Strandbadstraße steht vor dem Abbruch. Dass Fläche danach teilversiegelt wird, ruft Fridays for Future auf den Plan.

Von Franz Aschauer. Erstellt am 11. Februar 2021 (05:56)
Mit der ehemaligen Stadtgärtnerei bekommt Krems keinen Schönheitspreis mehr, das weiß auch Stadtrat Martin Sedelmaier (ÖVP).
Franz Aschauer

Eingeschlagene Glasscheiben und Graffiti-Schmieragen: Das alte Stadtgartenamt in der Strandbadstraße präsentiert sich seit einigen Jahren in einem desolaten Zustand. Immer wieder nutzten auch Unterstandslose das verwahrloste Gebäude als Schlaf- und Aufenthaltsstätte. Besonders schockierend: Eine als vermisst gemeldete Person wurde im vergangenen Jahr tot auf dem Gelände aufgefunden.

Die widerrechtlichen Nutzungen sind es jetzt auch, die die Stadt dazu bewogen haben, den Schandfleck abreißen zu lassen. „Es geht von den baufälligen Gebäuden der ehemaligen Stadtgärtnerei inzwischen eine nicht einschätzbare Gefahr aus“, heißt es in einem Bericht aus dem Stadtsenat. Die Arbeiten sollen jedenfalls noch im Februar beginnen.

Zusätzlich zu den ramponierten Baracken bleiben auch einige Sträucher und Bäume nicht vom Abbruch verschont. Ziel ist, eine ebene Fläche zu schaffen und ein schotterähnliches Material aufzubringen. Kurzfristig sollen auf dem Areal nämlich fast 100 Parkplätze entstehen, die zum einen während der Bauphase des neuen Bades als Ersatz für die dort wegfallenden Stellplätze dienen sollen, zum anderen den Mitarbeitern von Innenstadtbetrieben zur Verfügung stehen sollen – eine langjährige Forderung von der Unternehmerseite wird damit erfüllt. Fraglich ist allerdings, wie lange es die Parkplätze geben wird. Schließlich wären sie bei einer allfälligen Anbindung der Utzstraße an die B3 – ein Projekt, das seit mehreren Jahren in der Schublade liegt – unmittelbar im Weg.

Fridays for Future: Park oder Urban Gardening

In der Zwischenzeit kommt allerdings noch vor dem Abbruch Kritik an dem Parkplatzprojekt auf. Marlene Nutz von Fridays for Future Krems glaubt nicht an die Klimaverträglichkeit. „Es ist auf jeden Fall schlecht, wenn diese Fläche zumindest teilversiegelt und als Parkplatz genutzt wird. Das Areal steht ja schon lang leer. Es ist schade, dass es nicht für andere Zwecke genutzt wird, zum Beispiel für einen Park oder ein Urban-Gardening-Projekt.“

Dass Bäume und Sträucher bei den Abbrucharbeiten dran glauben müssen und Parkplätze entstehen, stößt Umweltaktivistin Marlene Nutz sauer auf.
Martin Kalchhauser

Der zuständige Stadtrat Martin Sedelmaier, der sich selbst als Fan von Urban Gardening bezeichnet, bittet um Verständnis. „Es hat sich noch niemand interessiert, an dieser Fläche etwas zu machen. Setzen wir die Ideen von jungen Menschen um, aber es muss nicht gerade dort sein.“