„Herz für Krems“ mobilisiert für Kampf um Kardiologie. Zuletzt Funkstille um „Aus“ für Einrichtung. Initiative will jetzt noch einmal mobilisieren.

Von Martin Kalchhauser. Erstellt am 04. Dezember 2019 (05:52)
Mit der Kampagne „(M)ein Herz für Krems“ geht Personalverteter und Ärztesprecher Josef Sattler jetzt für den Erhalt des Herzkatheter-Standorts in der Wachaustadt in die Offensive: „Spätestens 2021 gibt es sonst eine Versorgungskrise!“Kalchhauser
Martin Kalchhauser

Die Debatte im Kremser Gemeinderat mit dem folgenden historischen Schulterschluss aller Parteien am 24. April brachte es ans Tageslicht: Laut ÖSG (Österreichische Strategieplanung Gesundheit) soll die Interventionelle Kardiologie (Herzkatheter) spätestens 2025 nach Zwettl abwandern ( wir hatten immer wieder berichtet, siehe u.a. hier ). Dies würde nicht nur eine Verschlechterung der Versorgung in Krems, sondern auch eine Schwächung des Standortes als Ausbildungsstation bedeuten.

Während sich die Politik bis dato bedeckt hält, wird aus Kreisen der mit der Thematik beschäftigten Ärzte bestätigt, dass die Schließung in Krems und der komplette Neu-Aufbau des Herzkatheters im Klinikum Zwettl „gegessen“ sei.

„Die Diskussion zieht sich schon über eine längere Zeit hin, ohne dass die verantwortlichen Politiker eine klare Aussage getroffen haben.“Ärztesprecher und Personalvertreter Josef Sattler

Ein Grund mehr für Josef Sattler, den obersten Personalvertreter des Kremser Krankenhauses und zugleich Ärztesprecher, in dieser Angelegenheit noch einmal intensiv aufzutreten.

Eine Petition, die online ( mein.aufstehn.at/p/kardiologie ) bereits von 5.000 Menschen unterzeichnet wurde und für die bis zum Eintreffen aller in der Region zirkulierenden Unterschriftenlisten noch weitere Unterstützungserklärungen erwartet werden, soll bei einer Veranstaltung am Samstag, 7. Dezember, von 9 bis 11.30 Uhr, in der Fußgängerzone Krems noch einmal Rückenwind erhalten.

Sattler und seine Mitstreiter kritisieren zu den Übersiedlungsplänen vor allem fehlende „klare Aussagen“ der verantwortlichen Politiker im Land.

Aktuell werden in Krems pro Jahr bei rund 1.000 Patienten Koronareingriffe durchgeführt, bei rund 200 komplexe Behandlungen von Rhythmusstörungen vorgenommen. Damit liegt die Leistung bei mehr als dem Doppelten dessen, was ein durchschnittlicher Katheterplatz in Österreich leistet.

Die Wartezeit auf eine Behandlung beträgt dennoch jetzt bereits zwei bis drei Monate (zum Vergleich: drei Wochen in Wien!). Die demografische Entwicklung der Region Krems erfordert nach Meinung vieler Ärzte sogar einen Ausbau der Kapazitäten um einen weiteren Behandlungsplatz.

Seitens des Landes heißt es in einer Stellungnahme aus dem Büro des Landeshauptfrau-Stellvertreters Stephan Pernkopf: „Hier gibt es nichts Neues. Priorität hat die Etablierung der neuen Landesgesundheitsagentur, dieser wird mit keiner Entscheidung vorgegriffen.“