Weinzierl am Walde

Erstellt am 13. Februar 2019, 05:58

von Gertrude Schopf

Hobby-Brauerei als Gemeinschaftsprojekt. „Bierbrauen ist wie Kochen“: Andreas Egger gründet mit interessierten Dorfbewohnern eine Genossenschaftsbrauerei.

Symbolbild  |  Symbolbild

Ein ambitioniertes Gemeinschaftsprojekt wird soeben in der Gemeinde realisiert: Die „Erste Nöhagener Braugenossenschaft“ soll noch diese Woche gegründet werden. Zur Info-Veranstaltung hatten sich über 60 Leute eingefunden, die Idee, selbst Bier zu brauen, wird von den Nöhagenern sehr positiv aufgenommen, selbst Bürgermeister Herbert Prandtner will Genossenschafter werden.

Startschuss in Tennisclub-Haus

„Besonders erfreulich ist das große Interesse, das dem Bierbrauen von den Frauen des Dorfes entgegengebracht wird. Gutes Bier ist eben keine reine Männerdomäne mehr“, so Andreas Egger. Er ist gemeinsam mit seiner Frau Esther Egger-Rollig einer der Initiatoren des Projektes: er bekannt als Gründer, Gesellschafter und 20 Jahre lang Geschäftsführer von oeticket.com, sie Soziologin und Erwachsenenbildnerin („robust-haushalten“), beide seit 20 Jahren mit Nöhagen verbunden und seit fünf Jahren hier wohnhaft.

Sie sehen das nicht-kommerzielle Projekt vor allem als gemeinschaftsfördernde Aktion: „Bier verbindet Alt und Jung, Frauen und Männer. Beim Bierbrauen sitzt man z’samm, isst und trinkt miteinander“, so der gesellschaftliche Aspekt.

Manager Andreas Egger, Neo-Nöhagener und Neo-Bierbrauer.Rosenberger  |  Tanja

Die beiden haben schon etwas Erfahrung in diesem Handwerk gesammelt, auch schon eigenes Bier gebraut, das „durchaus trinkbar“ war. „Bierbrauen ist wie Kochen“, meint Andreas Egger, man brauche da nur die Zutaten (Wasser, gemalzte Gerste, Hopfen und Hefe), dazu ein Rezeptbuch und einen Braukessel sowie weiters ein Gärfass, Kühlung, Fässer oder Flaschen zum Reifen und zum Lagern.

Beginnen will man mit der kleinen Hobby-Brauerei (vorerst mit einem 50-Liter-Kessel) in einem Teil der Räumlichkeiten des Tennisclub-Hauses in Nöhagen. Erster Brautag wird Ende April sein, das erste Bier soll‘s dann zwei Monate später beim Sonnwendfest geben. Und die Produktion wird sowohl von der Lebensmittelbehörde geprüft als auch beim Zoll (wegen der Biersteuer) gemeldet.

Mit dem selbst gebrauten Bier sollen die Genossenschafter sowie Feuerwehr- und Vereinsfeste der Gemeinde versorgt werden. „Es könnte aber auch in den Gasthäusern der Gemeinde original Nöhagener Bier geben“, kann sich Egger eine Expansion durchaus vorstellen.