Vandalen: Kremser Trafikant setzt „Kopfgeld“ aus. Weil seine Auslagenscheibe eingeschlagen wurde, stellt Reinhold Berger eine „Ergreiferprämie“ von 500 Euro in Aussicht.

Von Franz Aschauer. Erstellt am 18. Dezember 2018 (05:13)
Johann Lechner
Reinhold Berger hat die Vandalenakte satt. Neben der „Ergreiferprämie“ – die er im Falle von weiteren Zerstörungsaktionen verdoppelt – will der Trafikant auch eine Kamera anbringen lassen.

Die Welle an Vandalen- und Zerstörungsakten im Kremser Stadtzentrum hat ihren vorläufigen Höhepunkt erreicht. Nachdem nicht wenige der lieblich geschmückten Christbäume vor den Geschäften der Landstraße, am Täglichen Markt oder in der Göglstraße verschleppt oder mutwillig umgetreten worden waren, sind in der Vorwoche nun sogar die Auslagenscheiben von Bipa und der Trafik Berger in der Oberen Landstraße eingeschlagen worden. Die Täter sind wieder einmal entkommen, obwohl eine Nachbarin durch den Lärm geweckt wurde und sofort Alarm schlug.

„Sollte wieder etwas passieren, verdopple ich die Summe“

Der Schaden durch die eingeschlagene Scheibe beträgt 2.000 bis 3.000 Euro, sagt Reinhold Berger, Inhaber der gleichnamigen Trafik. Er greift wegen der Vandalenproblematik jetzt zu außergewöhnlichen Methoden. „Wer einen Übeltäter verrät oder ergreift, bekommt von mir 500 Euro. Sollte wieder etwas passieren, verdopple ich die Summe.“

Zusätzlich möchte Berger eine Kamera anbringen lassen – auch wenn er sich rechtlich damit in einem Graubereich bewegt. „Mir ist es mittlerweile wurscht, ob das illegal ist. Die Situation ist so arg, dass man sich selbst helfen muss.“ Nachsatz: „Die Politik ist gefragt! Es gibt eigentlich gar keine Unterstützung in der Angelegenheit.“

Sicherheitsstadtrat Werner Friedl (FPÖ) wirft jetzt eine Idee abseits des vielgeforderten Wachzimmers in den Diskurs ein: „Es könnten private Sicherheitsdienste patrouillieren. Für die Kostentragung müsste es ein Modell durch die Interessierten geben.“ Bürgermeister Reinhard Resch ist indes weiter auf der Suche nach einem geeigneten Standort für das Wachzimmer. Zentrale Voraussetzung sei aber die Aufstockung des Polizei-Personalstandes, spielt Resch den Ball an das blau geführte Innenministerium zurück.