Trotz Konkurs: Kremser „Gozzo“ bleibt offen. Gastronom Charly Teuschl führt sein Lokal in der Gozzoburg trotz 975.000 Euro Schulden fort. Differenzen mit Kloster Und.

Von Franz Aschauer. Erstellt am 03. September 2019 (05:27)
Johann Lechner
Die Eingangstüre zum „Gozzo“ am Hohen Markt steht auch in Zukunft offen. Sanierungsverwalter Christoph Sauer bestätigt: „Es wird auf jeden Fall einen Fortbetrieb geben.“Lechner, Martin Kalchhauser, Helmut Lackinger

Einer der bekanntesten Kremser Gastronomen ist pleite. Charly Teuschls LATE Gastronomie GmbH ist insolvent, über das Vermögen des Chefs des einst besten Lokals der Stadt wurde ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung beantragt. Der Schuldenberg ist rund 975.000 Euro hoch, Aktiva sollen in Höhe von circa 360.000 Euro vorhanden sein.

„Gebe zu, da habe ich mich ein bisschen übernommen“

Wie konnte es so weit kommen? Teuschl wechselte 2013 mit seinem Zwei-Hauben-Restaurant, dem „LATE“, aus dem Haus der Regionen in das Kloster Und. Ein Schritt, den der Zwei-Hauben-Koch bereut. „Wir waren im Haus der Regionen sehr erfolgreich. Ich hätte das nie aufgeben dürfen, dann wäre ich jetzt nicht in diesem Dilemma.“

Martin Kalchhauser
Charly Teuschl hofft noch auf eine Ablöse für die Einrichtung im Kloster Und.

Im August 2018 übernahm Teuschl zusätzlich die Leitung des neuen Lokals „Gozzo“ in der Gozzoburg. Nicht ohne zuvor bereits viel in das „LATE“ investiert zu haben. „Ich gebe zu, da habe ich mich ein bisschen übernommen.“ Ein herber Rückschlag sei die Einführung des Rauchverbots in der Weinbar des „LATE“ gewesen. „Danach ist das Geschäft dort völlig eingebrochen“, erzählt Teuschl.

„Es wird auf jeden Fall einen Fortbetrieb geben“

Trotz der prekären Situation bleibt Teuschls „Gozzo“, in dem er zehn Mitarbeiter beschäftigt, offen. „Mein Ziel ist es, das Lokal auf Dauer fortzuführen. Ich bin zu 100 Prozent davon überzeugt, dass das klappt.“ Unterstützende Worte gibt es von Sanierungsverwalter Christoph Sauer: „Es wird auf jeden Fall einen Fortbetrieb geben. Ich bin zuversichtlich, dass die Sanierung gelingen wird.“

Das Restaurant, das auf internationale Küche und hochwertige heimische Klassiker setzt, geht laut Teuschl „grundsätzlich gut“. Die Öffnungszeiten habe er leicht anpassen müssen, Montag und Dienstag ist mittags jetzt zu.

Finanziell hofft Teuschl nun noch darauf, dass sich seine Investitionen im Kloster Und – laut ihm in Höhe von rund 250.000 Euro – doch noch bezahlt machen. „Sollte dort ein Gastronom einziehen, bekomme ich eine Ablöse für die Einrichtung.“

Helmut Lackinger
Elisabeth Guzy-Wenda von der Eigentümerfamilie entgegnet: „Das gehört alles uns!“

Elisabeth Guzy-Wenda von der Eigentümerfamilie des Kloster Und sagt gegenüber der NÖN, dass es bereits Verhandlungen mit Interessenten gebe. Teuschls Annahme, er bekomme Geld für das Interieur, erteilt sie jetzt aber eine Absage. „Das gehört alles uns. Meine Familie hat die ganze Einrichtung bezahlt.“ Das sei nicht wahr, kontert Teuschl, er könne eine von beiden Seiten unterschriebene Inventarliste vorlegen.