Das war das Jahr 2021 im Bezirk Krems

Die Höhepunkte des Jahres 2021 im Bezirk Krems auf einen Blick.

Erstellt am 29. Dezember 2021 | 05:46
Lesezeit: 14 Min
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Auch ein strenges Sicherheitskonzept verhindert nicht, dass Krems nach dem Volksfest zu Österreichs Corona-Hotspot wird.
Foto: LW Media/LeonardoRamirez

Getrübte Volksfest-Freude

Als eine der ersten Großveranstaltungen Österreichs geht nach einem hartnäckigen Corona-Frühling Ende August bis Anfang September das Wachauer Volksfest über die Bühne (Bild oben). Für damalige Verhältnisse gilt ein strenges Sicherheitskonzept – mit 3G-Nachweis und Registrierung.

Lange sieht es so aus, als bliebe das feucht-fröhliche Treiben im Kremser Stadtpark tatsächlich vom Damoklesschwert Corona verschont, ehe in der zweiten Woche doch zwei Infektionsfälle bekannt werden, die sich auf das Event zurückführen lassen.

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Nach elf Tagen ziehen die Veranstalter Erwin Goldfuss und Claudia Altrichter zufrieden Bilanz. „Allen Skeptikern und Querschüssen zum Trotz verlief das Volksfest hinsichtlich der Pandemie unauffällig“, heißt es in einer Aussendung. Wie sich herausstellt, ist das nur die halbe Wahrheit. Krems wird in den folgenden Tagen zur Corona-Hochburg Österreichs, und immer mehr Fälle werden bekannt, die zumindest in Verbindung mit dem Volksfest stehen.

Kritik daran, dass es grünes Licht für die Veranstaltung gab, kommt von Persönlichkeiten wie Heinz Boyer oder Gerald Gartlehner. Bürgermeister Reinhard Resch steht unter Druck, weil er früh seine Unterstützung für das Fest kundtat. Er argumentiert, dass es zum Zeitpunkt der Genehmigung lediglich „marginal Hinweise auf die hohe Infektiösität der Delta-Variante“ gegeben habe.

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Zores am Magistrat

Helle Aufregung herrscht Anfang Februar am Kremser Magistrat. Leopold Rohrhofer, Chef des Amts für Sicherheit und Ordnung, wird beurlaubt. Grund ist ein Mail, in dem der streitbare Spitzen-Beamte einem Vorgesetzten Inkompetenz vorwirft. Ein Disziplinarverfahren endet im Mai mit einem Freispruch für Rohrhofer, das Ergebnis einer Verhandlung am Landesverwaltungsgericht über die Absetzung von der Funktion als Amtsleiter ist noch ausständig.

Traditionsgasthaus schließt

Der Gasthof Klinglhuber schließt im Juni völlig überraschend seine Pforten. Das Gasthaus, das es seit 1884 eröffnete, fällt dem Personalmangel in der Gastronomie zum Opfer. Nicht von der Schließung betroffen ist der Hotelbetrieb der Familie Klinglhuber.

Impfzentrum eröffnet

Ende April eröffnet in den Kremser Österreichhallen eines von mehreren Landesimpfzentren. Anfangs nur an einem Tag pro Woche geöffnet, verabreichen Rotes Kreuz und viele Ehrenamtliche bald sechs Mal pro Woche Corona-Impfungen. Insgesamt werden bis zur Schließung im August über 42.000 Stiche gesetzt.

Eklat im Gemeinderat

Für Empörung sorgt der Freiheitliche Mandatar Werner Friedl, als er im Gemeinderat die Taten des österreichischen Kriegsverbrechers Alexander Löhr relativiert. Bürgermeister Reinhard Resch bittet das Mauthausen-Komitee um eine Einschätzung und erhält als Antwort, dass der Verdacht bestehe, Friedl könnte mit einer Passage seines 33-minütigen Monologs das Verbotsgesetz gebrochen haben. Der 79-Jährige, der sich mehrmals vom Gedankengut des Nationalsozialismus distanziert, rudert schließlich zurück und bezeichnet seine Aussagen als „unzulässig“. Das Mauthausen-Komitee verzichtet daraufhin auf eine Anzeige.

Wirt klagt Republik

Helmut Preiser hat schon im Frühjahr die Schnauze voll von Corona-Lockdowns. Der Betreiber eines Heurigen und der Diskothek „Apollon“ in Großreinprechts bringt eine Amtshaftungsklage gegen die Republik ein und sorgt damit überregional für Aufsehen. Denselben Effekt erzielt der Gastronom, als er ankündigt, am Ostersonntag trotz gültigen Lockdowns seine Diskothek für Take-Away-Betrieb zu öffnen. Das Event geht zu Pfingsten über die Bühne.

Ende vor Anfang: Aus für Hotelprojekt

Keine Zukunft hat ein Millionenprojekt der Kremser Bank in der Innenstadt. Das wird Ende August publik. Ein Gutachten bescheinigt der Stadt, dass den Plänen für ein Hotel, Wohnungen, eine Tiefgarage und Geschäftslokale kein öffentliches Interesse zugrunde liegt, was aber Voraussetzung für den Bau gewesen wäre. Zuvor hatten sich Interessensgemeinschaften und die Mieter des Wohnkomplexes gegen das Projekt stark gemacht. Die Kremser Bank will nun zumindest für den Leerstand im ehemaligen Müller-Haus eine neue Verwendung finden.

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Foto: Johann Lechner

Corona-Demos in Krems

Rund 300 Demonstranten verleihen am 21. Februar ihrer Unzufriedenheit mit den Corona-Maßnahmen der Bundesregierung bei einem „Spaziergang“ durch Krems Ausdruck. Die Polizei erstattete gegen einige Maskenverweigerer Anzeige. Ein zweiter Protestmarsch Ende März ist weit weniger stark frequentiert. Trotz Schönwetters und Ferienbeginns nehmen nur noch 80 Personen teil.

Neubauten gehen in Betrieb

In Droß werden das neue Feuerwehrhaus (Kosten: 1,8 Millionen Euro) und auch der Zubau zum Landeskindergarten fertig. Über ein neues Gebäude (um 2,2 Millionen Euro) dürfen sich auch die Gedersdorfer Silberhelme freuen.

Neuer Platz für Jugend

Nach 23 Jahren hat der Pulverturm als Mittelpunkt für die Kremser Jugend ausgedient. Im September eröffnet in den Räumlichkeiten des ehemaligen Kindergartens Mitterau ein neues Jugend-Kultur-Zentrum. Die Stadt nimmt für die Umgestaltung der Infrastruktur 140.000 Euro in die Hand. Von Beginn an gegen das Projekt sind ÖVP und FPÖ. Für sie ist die Mitterau kein geeigneter Standort.

Mehr Schutz für Bäume

Auf Initiative der Jung-Gemeinderäte Patrick Mitmasser (ÖVP) und Matthias Unolt (Grüne) führt Krems Ende Semptember eine Baumschutzverodnung ein. Dadurch ist im Fall der Entfernung eines Baumes eine Ersatzpflanzung Pflicht.

Stöger folgt Mayrhofer

Mitte des Jahres tritt die Behördenchefin des Bezirks Krems, Elfriede Mayrhofer – sie war zehn Jahre in Krems und zuvor 13 Jahre in Melk als erste Frau in dieser Funktion tätig – in den Ruhestand. Neuer Bezirkshauptmann wird Günter Stöger, der zuletzt die BH Waidhofen/Thaya geleitet hat. Bei einem Fest im Stift Göttweig im September wird die scheidende Bezirkshauptfrau von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner verabschiedet.

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Elfriede Mayrhofer (rechts) übergibt ihr Amt an Günter Stöger. Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner nimmt die feierliche Amtseinführung vor.
Foto: Martin Kalchhauser

FF-Zentrum für Krems-Süd

3,5 Millionen Euro für die neue Feuerwache: Über ein topmodernes Feuerwehrhaus verfügen die Feuerwachen Angern, Hollenburg und Thallern seit diesem Jahr. Ebenfalls im von der Stadt Krems mit starker Unterstützung des Landes NÖ realisierten, am 26. September eröffneten Gebäude untergebracht ist ein Katastrophenschutzlager.

„Große Projekte umzusetzen ist für die FF Krems mittlerweile fast schon Routine.“ Dass diese Aussage des Kommandanten Gerhard Urschler bei der Feierlichkeit stimmt, zeigt sich dieses Jahr auch bei der Inbetriebnahme der neuen Drehleiter im Juli (900.000 Euro) und der neuen Bezirksalarmzentrale in der Austraße (410.000 Euro).

Übernachten im Garten

Reinhard Kittenberger erfüllt sich einen Lebenstraum. Der 60-Jährige gibt im Herbst den Startschuss für sein Chaletdorf. Bis Herbst 2022 entstehen auf 30.000 Quadratmetern im Süden seiner Erlebnisgärten in Schiltern 20 Häuser in vier verschiedenen Ausgestaltungen. Sieben Millionen Euro nehmen Kittenberger und das Land Niederösterreich dafür in die Hand.

Stadtbus im Kreuzfeuer

Im Dezember 2020 ist der neue Stadtbus auf nun sieben statt wie bisher vier Linien und mit ausgeweiteten Betriebszeiten. gestartet. Weil die neuen gelben Busse auf ihrer Fahrt durch die Innenstadt immer wieder durch illegal abgestellte Fahrzeuge behindert werden, gibt es Kritik. Die Opposition, die den „Stadtbus neu“ mitbeschlossen hat, geht auf Distanz und kritisiert, dass die Busse zu groß sind und keine Elektrofahrzeuge im Einsatz stehen. Das Stadtbus-Smiley bekommt im Sommer in einem großen Schüler-Ideenwettbewerb den Namen: „Herr Fröhlich“.

Berufsverbot für Arzt

Weil er mutmaßlich gefälschte Maskenatteste ausgestellt hat, wird im März ein Mediziner aus dem Bezirk Krems mit Berufsverbot belegt. Seine (Wahlarzt-)Ordination muss er zusperren.

Neue Polizeichefs

Leo Steiner wird im Februar zum neuen Kommandanten der Polizeiinspektion Krems bestellt. Er folgt auf Herbert Prandtner, der in das Bezirkskommando gewechselt hat. Heinrich Rohringer übernimmt mit Juni die Polizeiinspektion Langenlois. Er löst Wolfgang Omenitz ab, der diese Funktion durch sieben Jahre innehatte.

B 37 wird entschärft

 Die schweren Unfälle auf der Bundesstraße 37 zwischen Krems und Gneixendorf sollten der Vergangenheit angehören. 4,6 Millionen Euro nimmt das Land NÖ in die Hand, um das von rund 21.000 Fahrzeugen täglich frequentierte Straßenstück aufzurüsten. Unter anderem werden die Fahrbahnen verbreitert und eine Mitteltrennwand errichtet. Nur am 225 Meter langen Lärmschutz, der dabei ebenfalls entsteht, muss sich die Stadt Krems finanziell beteiligen. Im Oktober nehmen Landesrat Ludwig Schleritzko, Bürgermeister Reinhard Resch, Vize Martin Sedelmaier (mit Helmut Postl vom Straßendienst und Bauwart Ludwig Schwarzelberger, v. l.) die neue Straße in Betrieb.

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Foto: Land NÖ/Gerhard Fichtinger

Erste Frau an FF-Spitze 

 Victoria Huschner ist im Bezirk Krems die erste Frau an der Spitze einer Feuerwehr. Sie wird im Jänner zur Kommandantin der Florianis in Meidling im Tal (Gemeinde Paudorf) gewählt. Wenige Tage später küren die Silberhelme in Schwallenbach (Gemeinde Spitz) die einzige Frau in ihren Reihen, Waltraud Bergkirchner, zur Chefin.

Neue Schule in Göttweig

Die „Junior High School“, eine private Mittelschule zur Ergänzung der in der Mitterau in Krems angesiedelten Privatvolksschule „International School Krems“ (ISK), kann im Jänner ihre Herbergsuche beenden. Das Stift Göttweig nimmt die Einrichtung auf. Im September wird eröffnet, als Direktorin der neuen Privatschule fungiert Iris Gadenstätter.

„Erdenreich“ gestartet

Eine Großinvestition tätigt die Firma Brantner. Das „Erdenreich“, die größte eingehauste (überdachte) Kompostieranlage Österreichs, geht dort im Frühjahr in Probebetrieb. Die rund 33.000 Quadratmeter umfassenden Anlage befindet sich auf einem Grund, der größtenteils in Krems-Gneixendorf, aber auch in der Stadtgemeinde Langenlois liegt. Im Erdenreich mit der 124 x 45 Meter großen Halle kann jährlich Bioabfall aus der gesamten Region in 35.000 Tonnen Kompost umgewandelt werden. Die Eröffnung des 7-Millionen-Projekts erfolgt im September.

Privat-Boot im FF-Haus

Ein im Keller des Feuerwehrhauses Lengenfeld untergebrachtes Motorboot, das dem Kommandanten gehört, sorgt für Erregung im Gemeinderat und beim Kommandanten der Wehr, Markus Hoffmann. Für Bürgerlisten-Mandatar Erst Thaller steht der Verdacht „verbotener Vorteilsannahme“ im Raum. Der FF-Chef betont, dass alles rechtens sei und er bei Arbeiten am Boot sogar ein eigenes Notstromaggregat verwendet habe, um die Wehr nicht finanziell zu belasten.

Hotelprojekt für Mautern

Ein sensationelles Projekt nimmt der Investor Herbert Pinzolits in Angriff. Er will in Mautern im Bereich des Schlosses und der Römerhalle ein Hotel mit 122 Zimmern (davon 47 im denkmalgeschützten Schloss) errichten. Weiters plant er eine Tiefgarage für 220 Pkws sowie vier Mehrparteien-Häuser. Der Gemeinderat gibt für das Vorhaben, das auch die Abtretung der Römerhalle und die Umsiedelung der Feuerwehr erforderlich macht, im April grünes Licht. Als Unwägbarkeit bleibt das Ergebnis der archäologischen Grabungen. Für den Fall, dass sich dadurch – von Seiten des Bundesdenkmalamtes oder wegen der Lage im Weltkulturerbe – gröbere Probleme ergeben würden, behält sich der Investor einen Rückzug vor.

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Für das ehrgeizige Hotel- und Wohnbau-Projekt in der Römerstadt Mautern will Investor Herbert Pinzolits 58 Millionen Euro in die Hand nehmen.
Foto: Rendering: Bau Consult Projekt

Kremser ÖVP sucht die Konfrontation

Die Kremser ÖVP stellt die Weichen: Nach dem Abschied des Vizebürgermeisters Erwin Krammer scheiden auch Martina Höllerschmid, Cornel Prejban und Alice Schopper aus dem Gemeinderatsteam aus.

Als Nachfolger werden Thomas Hagmann, Doris Berger-Grabner und Patrick Mitmasser von Stadtchef Reinhard Resch angelobt.

In der Gemeinderatssitzung am 26. Mai wird der bisherige Stadtrat Martin Sedelmaier zum neuen Vizebürgermeister gewählt, Hagmann wird Stadtrat, Mitmasser bekommt die Agenden des Jugendgemeinderats.

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Die neu angelobten ÖVP-Gemeinderäte Thomas Hagmann, Doris Berger-Grabner und Patrick Mitmasser mit Bürgermeister Reinhard Resch (von links).
Foto: Martin Kalchhauser

Mit dem Wechsel ändert sich auch der Kurs der Türkisen markant. Als eine der ersten Aktionen werden dem Stadtchef Resch öffentlichkeitswirksam (allerdings nie persönlich) „drei Fragen“ zu den Themen Veranstaltungszentrum, Parkgarage & Parkzonen sowie Verbesserung der Anbindung der Stadt an die Donau gestellt.

„Ich gehe davon aus, dass alle Gemeinderäte so arbeiten, dass sie das Beste für die Stadt und ihre Bürger erreichen wollen“, lässt sich Bürgermeister Resch auch auf Nachfrage nicht aus der Reserve locken So wie in jeder Partei gebe es überall „Personen, die lauter und solche, die leiser sind“.

In der Gemeindepolitik wird der Ton spürbar rauer. Beim Beschluss des Budgets für 2022 verweigert die ÖVP gemeinsam mit der FPÖ die Zustimmung. Nicht nur Insider sehen die Neuausrichtung der Strategie als Positionierung für den Wahlkampf. Krems wählt voraussichtlich im Herbst 2022 ein neues Stadtparlament. Von den 40 Mandaten hält die SPÖ derzeit 19, die ÖVP 11, die FPÖ 6. Zwei Sitze hat die KLS, je eines ProKS und Grüne.

Ortschefs gehen

Zwei Gemeinde-Chefs legen mit kommendem Jahreswechsel ihre Funktionen zurück.

Anton Pfeifer, 69, der seit 2000 als ÖVP-Bürgermeister der Gemeinde Grafenegg (bis 2003 Etsdorf-Haitzendorf) im Amt ist, befindet sich damit ab Ende des Jahres in „Polit-Pension“. Manfred Denk aus Etsdorf gilt als aussichtsreichster Kandidat für die Nachfolge.

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Anton Pfeifer, Bürgermeister der Gemeinde Grafenegg.
Foto: Martin Kalchhauser

Liselotte Golda, 64, die seit 25 Jahren in der Kommunalpolitik tätig ist und seit zwölf Jahren an der Spitze der Marktgemeinde Hadersdorf-Kammern steht, nimmt mit 7. Jänner 2022 Abschied. Ihr soll der bisherige Vizebürgermeister Heinrich Becker nachfolgen.

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Liselotte Golda, Bürgermeisterin in Hadersdorf-Kammern.
Foto: Chris Leneis

„Casino-Grund“ ist verkauft

Die Quartier Donau Investment GmbH, eine Tochterfirma der in der Immobilienentwicklung tätigen Prisma-Gruppe, ist der neue Eigentümer des 6.400 Quadratmeter großen Grundstücks westlich des Hofer-Marktes in Stein. Die Casinos Austria AG hatte den Grund 2014 erworben und versucht, eine Genehmigung für den Bau eines Spielcasinos in Krems zu erhalten. Im Juni wechselt das Areal, dessen Wert von Branchen-Insidern auf rund fünf Millionen Euro geschätzt wird, den Besitzer. Geplant ist dort ein „lebendiges Quartier mit durchmischten Nutzungen“.

Hintenberger verlässt Stein

Die am Zellerplatz in Stein angesiedelte Traditionsfirma Hintenberger verlässt den Betriebsstandort. Das auf rund 3 Millionen geschätze, 4.360 m² große Areal wird von Jörg Ackermann erworben. Was er mit dem Grundstück in Nachbarschaft zur NÖ Landesgalerie vorhat, verrät er nicht. Seitens des Unternehmens (Dachdeckerei, Spenglerei), das knapp 60 Mitarbeiter hat, überlegt man – inerhalb einer vereinbarten mehrjährigen Frist – nach Mautern zu ziehen.

20 Jahre Karikaturmuseum

Das zu einer Institution der satirischen Kunst gewordene Karikaturmuseum feiert mit einem Jubiläumstag sein 20-jähriges Bestehen.

Seidl kauft „Alte Post“

Das Hotel „Alte Post“ wechselt im Oktober seinen Besitzer. Familie Brunner veräußert es an den Gastro-Unternehmer Othmar Seidl. Umfangreiche Umbauten zur Modernisierung sind geplant. Seidl verspricht jedoch: „Der älteste Gasthof der Stadt Krems bleibt ein Restaurant- und Hotelbetrieb.“ Aktuell ist Pause, im März 2022 wird wieder aufgesperrt.

Hofladen öffnet

Ein Hofladen öffnet im November im Zentrum des Hauptortes der Gemeinde St. Leonhard/Hw. seine Pforten. Angebote von 31 Landwirten werden im 35 Quadratmeter großen Geschäft angeboten. Bei der Errichtung, die rund 60.000 Euro kostet, legen 20 Ehrenamtliche rund 350 Stunden Hand an. Täglich ist von 7 bis 20 Uhr geöffnet.
Highlight am Stausee. Eine neue Terrasse trägt zur Attraktivierung des beliebten Ottensteiner Naherholungsgebietes am Stausee bei. Sie geht im Mai in Betrieb.

Molkerei entsteht

Der ehemalige Ö-Ticket-Manager Andreas Egger baut in Nöhagen (Gemeinde Weinziel am Walde) gemeinsam mit drei regionalen Milchbauern – Doris und Josef Trinkl aus Nöhagen, Franz Starkl aus Weinzierl am Walde, Alexandra sowie Franz Stöger aus Stixendorf – eine Kleinmolkerei. Beim Bewerb „Reparatur der Zukunft“ des Radiosenders Ö1 wird dieses Vorhaben als eines von zwei landwirtschaftlichen Projekten und 27 Projekten aus ganz Europa beim „Markt der Zukunft“ im Oktober in Graz präsentiert.

Ebner wird Vizepräsident

Hans Ebner, Bezirksstellenleiter des Roten Kreuzes in Langenlois, avanciert zum Vizepräsidenten des Roten Kreuzes NÖ. Sein Nachfolger in Langenlois wird Martin Mauß.

Pöschl folgt Brunner

Markus Pöschl ist neuer Bezirksstellenleiter des Roten Kreuzes Krems. Erfolgt auf Johann Paul Brunner, der diese Funktion 15 Jahre lang innehatte. Erste erfreuliche Aufgabe des neuen Chefs: die Organisation der Eröffnung der neuen Bezirksstelle am Mitterweg in Krems. Der Neubau, der 10,5 Millionen gekostet hat, wird am 1. Oktober eröffnet.

Pfarrer-Wechsel

Ernst Steindl folgt als Pfarrer in Hadersdorf auf den beliebten Seelsorger Franz Ofenböck. In Furth übernimmt Altmann Wand von Josef Lackstätter die Pfarre. Beide sind Benediktinerpatres des Stifte Göttweig.

Neustart für den Kremser 10er

Die in die Jahre gekommene Kremser Gutscheinmünze (zuletzt als Plastikkarte verfügbar) macht einen Neustart. Der Zehner ist jetzt ein (fälschungssicherer!) Papiergutschein, den man auch im attraktiven Kuvert verschenken kann. Innerhalb weniger Wochen werden „neue“ Kremser 10er im Wert von über 100.000 Euro verkauft. Bis Jahresende 2021 will Stadtmarketing-Chef Horst Berger rund hundert Betriebe, die diese Währung akzeptieren, im Boot haben. Für die Zukunft hofft man vor allem auf eine Ausweitung auf Gastronomie und Tourismus.

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Kaufmannschafts-Obmann Ulf Elser und Stadtmarketing-Geschäftsführer Horst Berger sind sich einig: Der neue Kremser 10er ist attraktiver.
Foto: Martin Kalchhauser

Millionenschäden nach Unwettern

Unfassbare Wassermassen, die am Nachmittag des Sonntags, 18. Juli, vom Himmel kommen, setzen mehrere Ortschaften in den Gemeinden Furth und Paudorf unter Wasser.
Bäche und kleine Flüsse wie die Fladnitz werden binnen weniger Stunden zu reißenden Strömen, Straßen unpassierbar, Gebäude beschädigt. Zahlreiche Straßen, darunter auch die überregional wichtige L 100 (Krems – St. Pölten) und die B 33 (Mautern – Melk) sind unpassierbar. Die Region wird schließlich zum Katastrophengebiet erklärt. 800 Helfer aus mehr als 60 Feuerwehren stehen der Bevölkerung und ihren FF-Kameraden, die teilweise auch zu den Unwetter-Opfern gehören, zur Seite.

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Die Fladnitz in Furth, ansonsten ein friedliches Bächlein, schwillt beim Unwetter am 18. Juli binnen kurzer Zeit zu einem reißenden Fluss an, der auch angrenzende Straßen und Gebäude unter Wasser setzt.
Foto: NÖN-Archiv

Wenige Wochen später gibt es die Bilanz: In beiden Kommunen sind je rund 120 Gebäude betroffen, der Schaden geht in die Millionen. Alleine die Wiederinstandsetzung der betroffenen Güterwege in Paudorf beispielsweise kostet mehr als 150.000 Euro.

Wenige Tage später, am Abend des Montags, 26. Juli, zieht ein Hagelunwetter eine Spur der Verwüstung durch die Gemeinde Rossatz-Arnsdorf. Fünf bis sechs Zentimeter Durchmesser haben die Hagelkörner, die auf Häuser und Autos niederprasseln. Eine erste Bilanz zeigt: 40 durchlöcherte Hausdächer sind komplett zerstört, 80 weitere beschädigt.
120 Feuerwehrleute aus den Abschnitten Gföhl, Krems-Land und Langenlois sowie der FF Krems stehen hier im Einsatz. Es gilt, die beschädigten Dächer notdürftig mit Planen abzudecken, um weitere Schäden durch Regen abzuwenden.

Das Positive an den schlimmen Ereignissen: Der Zusammenhalt – sowohl bei den Feuerwehren als auch im privaten Bereich – ist vorbildlich. Und es kommen keine Menschen zu Schaden.

Martin Boyer jetzt Nummer 2 im Land

Der Kremser Bezirksfeuerwehrkommandant Martin Boyer (48) wird im März zum Stellvertreter des wiedergewählten Landesfeuerwehrkommandanten Dietmar Fahrafellner gekürt und folgt in dieser Funktion auf Armin Blutsch aus Amstetten.

Boyer, seit 1993 in der FF Großreinprechts aktiv, ist seit 2011 Kremser Bezirksfeuerwehrkommandant und wird im Februar dieses Jahres bereits zum zweiten Mal in dieser Funktion bestätigt. Im Hauptberuf Beamter der BH Krems, ist er an den Landesfeuerwehrverband „verleast“.

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Bezirksfeuerwehrkommandant Martin Boyer ist nun auch Stellvertreter des FF-Landeschefs.
Foto: Martin Kalchhauser

Dürnsteiner Stadttor wechselt Besitzer

Das denkmalgeschützte Dürnsteiner Stadttor, das in Privatbesitz steht, wird vom Eigentümer, einem Wiener Rechtsanwalt, Anfang des Jahres zum Kauf angeboten. Die Stadtgemeinde überlegt den Ankauf. Im Gemeinderat gibt es dafür aber keine einheitliche Linie, weil man nicht weiß, wie man das Gebäude touristisch nutzen könnte. Anfang Juni geht der Tortum um kolportierte 700.000 Euro an einen privaten Käufer.

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Foto: Johann Lechner