Krems

Erstellt am 28. August 2018, 06:34

von Petra Vock

Ex-Profisportlerin von Olympia zu den Kremser Piaristen. Mit Bärbel Jungmeier übernimmt eine ehemalige Profi-Sportlerin die Leitung des Piaristengymnasiums. Sie bringt Erfahrungen aus unterschiedlichsten Bereichen mit.

Von der besten österreichischen Mountainbikerin zur Leiterin eines Teams von Schüler-Coaches und zur Schulleiterin des Piaristengymnasiums Krems: Bärbel Jungmeier.  |  Johann Lechner

Einen außergewöhnlichen Lebenslauf hat die neue Schulleiterin des Piaristengymnasiums: Bärbel Jungmeier (43) war Profi-Radsportlerin und baute zuletzt ein Team von Schülercoaches auf.

„Ich bin mir bewusst, dass ich in gewissem Sinne eine Quereinsteigerin bin“, sagt die gebürtige Kärntnerin, die vom Millstätter See stammt. Doch ihre vielfältigen Erfahrungen könnten ihr beim neuen Job nützen.

In den vergangenen Jahren als Schülercoach in Krems tätig 

Nach einem Studium der Evangelischen Theologie in Wien machte sich Jungmeier als Profi-Radsportlerin einen Namen. „Mein Ziel war es von Anfang an, zu den Olympischen Spielen zu kommen, und diesen Traum hab ich mir 2004 in Athen erfüllt“, erzählt sie. Zudem war sie jahrelang beste österreichische Mountainbikerin und erwarb Medaillen in allen Radsportdisziplinen.

Nach Beendigung der Sportkarriere 2008 unterstützte sie in Sportförderungsprojekten junge Sportler auf dem Weg an die Spitze und setzte Gesundheitsförderungsprojekte mit dem IPAS um (Institut für Präventiv- und Angewandte Sportmedizin am Kremser Krankenhaus).

An der Donau-Universität Krems studierte sie Supervision und Coaching, und aus Sport-Coaching am BORG für Leistungssportler in St. Pölten ergab sich die Gründung eines Teams von Schülercoaches, das Schüler bei Problemen aller Art berät. Jungmeier baute dieses Team auf und leitet es nach wie vor.

Als Schülercoach war sie in den vergangenen Jahren an fast allen Kremser AHS und insgesamt zehn Schulen tätig und hat dabei „verschiedenste Schulkulturen und Führungsstile“ kennengelernt, wie sie erzählt: „Ich hoffe, dass mir diese Erfahrungen jetzt zugutekommen.“

„Balance zwischen Bewahren und Erneuern“ soll gefunden werden

Im Raum Krems lebt Jungmeier seit 2001, seit zwei Jahren direkt in der Stadt Krems „am Beginn des Kremstals“. In ihrer Freizeit ist sie viel mit der ÖHU Suchhundestaffel unterwegs, weil sie einen Suchhund für Flächensuche in Ausbildung hat.

Was reizte sie am Direktoren-Job? „Ich habe ab 2015 vorübergehend, bis der Vorgänger zurückkam, das Internat des BORGs für Leistungssport in St. Pölten geleitet, und das hat mir ganz, ganz viel Spaß gemacht“, erklärt sie. Sie liebe es, „zu gestalten, ein Team zu motivieren, gemeinsam etwas zu bewegen und die Energie, die in jungen Menschen steckt, zu fördern“.

Am Piaristengymnasium Krems wird sie ihr Fach Evangelische Religion unterrichten und zunächst einmal das Haus und die Mitarbeiter kennenlernen, um dann „gemeinsam mit dem Team vor Ort einen Fahrplan und Zukunftsideen zu entwickeln“. Dabei gelte es, in diesem „traditionsreichen Haus“ die „Balance zwischen Bewahren und Erneuern“ zu finden.

Das Piaristengymnasium war während des Krankenstandes und nach der Pensionierung von Peter Nussbaumer interimistisch von Herta Urach geleitet worden. Urach, die für ihre gute Arbeit gelobt wird, hatte sich nicht für die ausgeschriebene Stelle beworben.