Justizwachebeamtin in JA Stein suspendiert. Eine Wachebeamtin der Justizanstalt (JA) Stein im Bezirk Krems soll Handys geschmuggelt haben und von einem Häftling schwanger sein, berichteten diverse Medien.

Erstellt am 11. Juli 2013 (11:59)
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"Die Kollegin ist seit 13. Mai suspendiert", bestätigte der zuständige JA-Leiter Bruno Sladek am Donnerstag. Derzeit laufen die Ermittlungen des Bundesamtes zur Korruptionsbekämpfung (BAK). Einen Strafantrag habe es noch nicht gegeben, hieß es.

"Wir haben den Hinweis bekommen, dass Handys in die Justizanstalt Stein geschmuggelt werden und eine Wachebeamtin darin beteiligt ist", schilderte der stellvertretende Vollzugsdirektor Christian Timm. Der Verdacht habe sich dann vor ein paar Monaten erhärtet. Ein Disziplinarverfahren sei im Laufen.

Dass die 30-jährige Beamtin schwanger ist, stimme, so Timm. Strittig sei jedoch, ob das Kind tatsächlich von einem Häftling sei. Eines war für den stellvertretenden Vollzugsdirektor jedenfalls klar: "Sollte sich herausstellen, dass das alles wahr ist, dann bin ich der Meinung: Solche Leute haben im Justizwachedienst nichts mehr verloren."

Rechtsanwältin Astrid Wagner, die die Wachebeamtin vertritt, bestätigte den Schmuggel von zwei Handys sowie, dass die Frau ein Kind von einem Freigänger erwartet: "Die Schwangerschaft ist aber nicht strafbar." Wegen der geschmuggelten Mobiltelefone sei allerdings mit einer bedingten Strafe zu rechnen. "Meine Mandantin ist dazu geständig", so Wagner. Eine Strafantrag habe es bisher aber noch nicht gegeben.

Die Liebe zwischen dem Häftling und der Beamtin bezeichnete die Anwältin als "echt". "Es war kein Ausrutscher, die beiden haben sich wirklich gern." Der 30-jährige Häftling albanischer Herkunft sei aber nach Auffliegen des Falls vor rund drei Monaten in die oberösterreichische Justizanstalt Suben strafverlegt worden.