Schönberg am Kamp

Erstellt am 07. November 2018, 06:10

von Jutta Hahslinger

Gashahn zugedreht: 58-Jähriger rastete aus. Nach Zählerkasten-Demontage einen EVN-Mitarbeiter attackiert und schwer verletzt: Kamptaler bekam ein Jahr bedingt und eine Geldstrafe.

Symbolbild  |  Shutterstock.com, Sayan Puangkham

„Des war a Tätschen mit der flachen Hand und a leichter Schuhspitz, mehr net. Ich war wütend, weil er den Zählerkasten wegen angeblicher Betriebsschulden demontiert hat“, erklärte ein Kamptaler (58) vor Gericht. Von mehreren Schlägen ins Gesicht und Tritten gegen den Oberkörper des EVN-Mitarbeiters wollte er nichts wissen und beteuerte seine Unschuld zum Vorwurf der schweren Körperverletzung.

„Das Opfer erlitt einen Bruch der rechten Augenhöhle, das ist Fakt. Und Sie haben es attackiert, dafür gibt es Zeugen“, entgegnete der Richter.

Opfer spürte heftigen Schlag und Tritte

Er rief das Opfer (42) in den Zeugenstand: „Ich kniete vor dem Zähler und wollte die Plombe anbringen, als ich einen heftigen Schlag bekam. Dann verspürte ich noch einige Schläge und Tritte, alles drehte sich, und ich sah doppelt“, schilderte der Mann, der noch heute mit Sehproblemen kämpft. „Ich bin gesundheitlich bedient und kann gar net so fest zuschlagen, dass es ihn von den Knien haut“, sagte dagegen der Pensionist und mutmaßte über einen „bewussten Umfaller“, bei dem sich der EVN-Mitarbeiter verletzt haben könnte.

„Selbstverletzung? Absurd!“, kommentierte der Richter und verhängte über den Täter wegen schwerer Körperverletzung 800 Euro Geldstrafe und ein Jahr bedingt. Weiters sprach er dem Opfer 1.500 Euro Schmerzensgeld zu. Nicht rechtskräftig.