„Wollte den Buam vor Corona schützen“. Mit der Androhung von Waffengewalt wollte besorgter Vater aus dem Kamptal den eingerückten Sohn aus dem Präsenzdienst im Waldviertel „befreien“: Gefängnisstrafe!

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 22. Oktober 2020 (04:38)
Symbolbild
NP27/Shutterstock.com

„Als ich gehört habe, dass mein eingerückter Sohn in der Kaserne Weitra, in einem Krisengebiet, ist, haben bei mir die Alarmglocken geläutet. Ich wollte nicht, dass er sich mit Corona infiziert und krank heimkommt“, schilderte ein 56-Jähriger aus dem Kamptal vor Gericht seine Ängste wegen der Pandemie, und er erläuterte: „Mei Bua sollte sich nicht in Gefahr begeben und deshalb habe ich angerufen, damit er gesund heimkommen kann. Ich wollte ihn doch nur vor Corona schützen.“

Dass er bei dem Anruf am 4. Mai dieses Jahres im Verteidigungsministerium drohend ankündigte „Wenn Sie meinen Sohn nicht sofort freilassen, werde ich meine Waffen einsetzen und meinen Buben mit Waffengewalt herausholen!“, wollte er beim Strafprozess wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt nicht mehr wissen. Er sei damals außer sich vor Sorge gewesen und habe auch etwas getrunken gehabt.

Der Vorwurf, er habe mit Waffengewalt gedroht, kostete ihn nur einen Lacher: „Ich habe doch gar keine Waffen. Außerdem, was soll ich alleine gegen das Heer ausrichten?“, dann entschuldigte er sich bei der Heeresmitarbeiterin (52), wo der Drohanruf gelandet war: „Es tut mir leid, wenn Sie Angst g’habt haben.“

„Weder Pandemieängste noch Alkoholkonsum sind Entschuldigungsgründe“, meinte die Richterin, und sie verhängte über den mehrfach einschlägig vorbestraften Kamptaler 15 Monate, davon muss er fünf Monate hinter Gittern absitzen.