„Das sind nicht nur Pixel, sondern Kinder!“. „Da steckt ein kleiner Mensch dahinter. Ist Ihnen das klar?“, hinterfragt Richterin die Läuterung eines Pornokonsumenten.

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 20. September 2016 (05:17)
APA (dpa)

Gesenktes Haupt, den Blick starr auf den Boden gerichtet, präsentiert sich ein 29-jähriger Angestellte aus dem Bezirk Krems sichtlich beschämt vor der Strafrichterin. Plötzlich sei die Polizei vor seiner Tür gestanden und es habe dann eine Hausdurchsuchung stattgefunden, schildert er stammelnd.

„13.470 Dateien mit kinderpornografischem Material wurden gefunden und sichergestellt“, bringt es Richterin Monika Fasching-Lattus harsch auf den Punkt und beendet die Druckserei des Beschuldigten.

„Ja“, gesteht er leise. „Ich habe mir die Dateien hin und wieder angeschaut“, bekennt er.

"Sie tragen mit einem Klick dazu bei, dass jemand dies einem Kind antut“

„Und auch anderen zugänglich gemacht“, setzt die Richterin scharf nach und hinterfragt: „Ihnen ist schon klar, dass das nicht nur Pixel sind, sondern echte Menschen, Kinder im Alter zwischen vier und 16 Jahren dahinterstecken. Ein echtes vierjähriges Kind hat das über sich ergehen lassen und es ertragen müssen. Und Sie tragen mit einem Klick dazu bei, dass jemand dies einem Kind antut.“

„Darüber habe ich mir keine Gedanken gemacht. Es war aus Blödheit, es tut mir leid“, gesteht der Beschuldigte leise ein.

„Aus Blödheit macht man das nicht über zwei Jahre“, erwidert die Richterin, und sie verhängt über den bislang unbescholtenen Angestellten eine fünfmonatige Bewährungsstrafe und eine unbedingte Geldstrafe von 480 Euro. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.