Missbrauchsarzt grapschte auch im Kremser Klinikum

Erstellt am 23. September 2022 | 11:19
Lesezeit: 2 Min
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Foto: Archiv
Kolleginnen wollten wegen unsittlicher Berührungen nicht mehr Dienst mit jenem Arzt im Kremser Krankenhaus versehen, der trotz einer nicht rechtskräftigen Verurteilung wegen sexuellen Missbrauchs in Amt und Würden blieb.
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Im Skandal rund um das Universitätsklinikum Krems kommen ständig neue Informationen ans Tageslicht. Jener Arzt, der im Dezember 2021 nicht rechtskräftig zu drei Jahren Haft wegen sexuellen Missbrauchs verurteilt worden war und weiter Dienst versehen durfte, war offenbar auch in seiner Zeit im Krankenhaus Krems auffällig geworden. 

"Ein ziemlicher Grapscher gewesen"

Wie eine Quelle aus dem Spital berichtet, sei der Mann, der seit März 2021 in Krems beschäftigt war und inzwischen entlassen wurde, "ein ziemlicher Grapscher gewesen. Ich weiß von einer Kollegin, dass einige Turnusärzte und sie keinen Dienst mehr mit ihm machen wollten." 

Interimistische Klinikleitung 

Die Landesgesundheitsagentur (LGA) stellte inzwischen die Klinikleitung, die bereits im Mai von dem Missbrauchsfall erfahren hatte, aber untätig geblieben war, vorläufig frei. Interimistisch mit der Führung des Kremser Krankenhauses betraut sind nun Ewald Faltl als kaufmännischer Direktor und Peter Errhalt als ärztlicher Direktor. Pflegedirektorin ist wie gehabt Annette Wachter. 

Karl Landsteiner Universität reagierte schnell

Inzwischen meldete sich auch die Karl Landsteiner Universität für Gesundheitswissenschaften, wo der besagte Arzt eine Lehrtätigkeit versah, zu Wort. Man sein am 5. Mai in der Causa informiert worden, eine Woche später habe der Arzt zum letzten Mal an der Uni unterrichtet. 

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