Kofferpacken für einen besonderen "Urlaub". Chirurg Leo Mitteregger fliegt nach Nigeria, um dort in einem kleinen Spital Nabel- und Leistenbrüche zu operieren.

Von Karl Pröglhöf. Erstellt am 16. Juni 2014 (08:29)
Reisegepäck der anderen Art: Im Koffer hat Leo Mitteregger medizinische Utensilien für seinen Einsatz in Nigeria.
NOEN, privat

KREMS | Der Chirurg Leo Mitter egger (67) hat seinen Koffer schon gepackt. Für einen Urlaub besonderer Art. Es geht nach Nigeria. Jedoch nicht zum Entspannen, sondern im Gegenteil: zu intensiver Operationstätigkeit im Awojobi Clinic Hospital. „Im Koffer sind verschiedene medizinische Instrumente und Tupfer, für meine persönlichen Sachen genügt der Rucksack.“

100 Operationen in 10 Tagen

Die medizinischen Instrumente bleiben dann dort. „Bei uns dürfen sie nur einmal verwendet werden, sie taugen aber für dutzende Einsätze und können dort hilfreich sein“, erklärt Mitteregger. Das Kremser VSZ hatte alle Utensilien für diesen Einsatz kostenlos sterilisiert. Mitteregger wird gemeinsam mit einem Spanier und zwei Amerikanern in diesem Spital innerhalb von 10 Tagen rund 100 Operationen durchführen, vorwiegend Leisten- und Nabelbrüche.

Erst der Besen, dann das Skalpell

Erfahrung für medizinische Einsätze außerhalb hochtechnisierter Krankenhäuser bringt Mitteregger mit. Er war dabei, als in einem Kleinspital, das der frühere Mitterauer Kaplan und nunmehrige Pfarrer von Obergrafendorf, Emeka Emeakaroha, initiiert hatte, der Betrieb aufgenommen wurde (die NÖN berichtete): „In den ersten Tagen haben wir noch fleißig den Besen geschwungen, ehe wir mit dem Skalpell zu arbeiten beginnen konnten.“ Seine Motivation: „Ich bin dankbar, dass ich fit bin und noch etwas tun kann. Zum anderen ist es die extreme Dankbarkeit der Patienten.“