Krems

Erstellt am 04. September 2018, 04:15

von Martin Kalchhauser

Buch hat Sinn schon erfüllt. Martin Kalchhauser über den Umgang der Winzer Krems mit ihrer Geschichte.

Nicht der Umstand, dass die Winzer Krems auf Basis einer arisierten (also einem jüdischen Mitbürger abgepressten) Weinhandlung entstanden ist, ließ schon vor Erscheinen des Buches „Der Wein des Vergessens“ die Wogen hochgehen. Die im Vorwort abgedruckte Reaktion des Geschäftsführers Franz Ehrenleitner war es, die für frühe Bekanntheit des Romans mit historischem Hintergrund sorgte.

Dass Ehrenleitner – wenn auch verspätet – nun einlenkt und eine Erkundung aller Fakten und eine Aufarbeitung der Geschichte des Unternehmens ankündigt, ist grundsätzlich klug – und wohl auch im Sinne des Rufs seines Kremser Parade-Unternehmens sinnvoll.

Niemand ist gefordert, persönliche Schuld auf sich zu nehmen, Reparationszahlungen drohen ebenfalls keine. Aber es steht der Winzer Krems sicher gut an, einen sauberen, klaren Umgang mit ihrer Geschichte zu pflegen. Wenn das Buch dafür Auslöser war, dann hat es seinen tieferen Sinn schon erfüllt.