Es brodelt in der Strafanstalt. Über die Situation in der Strafvollzugsanstalt Stein.

Von Martin Kalchhauser. Erstellt am 21. Oktober 2020 (05:51)

Der Alarmruf der Personalvertreter der Strafvollzugsanstalt (StVA) Stein kommt aus aktuellem Anlass: Zwei verletzte Beamte, einer schwer, sind kein Zwischenfall, nach dem man einfach zur Tagesordnung übergehen sollte.

Fest steht, dass es (auch) in Stein immer mehr „problematische“ Häftlinge gibt. Dass zwei Drittel aus dem „Nicht-EU-Ausland“ kommen, macht die Sache nicht einfacher.

Missstände, die auf Justizreformen in den 1970er-Jahren zurückgehen, laufen aus dem Ruder. Geistig abnorme Rechtsbrecher laufen im „normalen“ Vollzug mit. Personal, medizinische und bauliche Möglichkeiten fehlen.

800 Gefangene, Dutzende Fremdsprachen, verschiedene Kulturen: Nicht nur in den Reihen der Insassen ist die Lage gespannt. Es brodelt auch in der Belegschaft der rund 300 Justizwachebeamten. Sie gehen teils täglich an die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit, werden verhöhnt, beschimpft, attackiert, bespuckt – oder wie jüngst körperlich angegriffen.

Wie lange schaut man dem Treiben „von oben“ noch zu?