Krems

Erstellt am 05. Juni 2018, 04:24

von Martin Kalchhauser

Unübersehbare Erinnerung. Martin Kalchhauser über das neue Denkmal an der StVA Stein.

Der zurückhaltende, manchmal schlampige Umgang der Stadt Krems mit ihrer jüngeren Geschichte hat in der Vergangenheit zu heftigen Debatten geführt. Der Historiker Robert Streibel wurde für die Aufarbeitung oft geschmäht, setzte sich am Ende aber mit seiner vielfach publizierten wissenschaftlichen Tätigkeit durch.

Nach jahrelangem privaten Engagement für Gedenkveranstaltungen an die von übereifrigen Nazis angezettelte „Kremser Hasenjagd“ im April 1945 lädt jetzt immerhin die Stadt Krems alle Jahre zum Gedenken des Massakers. Ein Fortschritt.

Drei eher unscheinbare Denkmäler – eines am Steiner Friedhof, eines direkt gegenüber der Strafvollzugsanstalt (StVA) und eines (für die Allgemeinheit allerdings nicht zugänglich) im Inneren der Einrichtung – erinnerten bislang an die Bluttaten.

Mit der unübersehbaren Auflistung der Opfer auf der Außenmauer des Gefängnisses werden sie nun für immer dem Vergessen entrissen. Für interessierte Kremser gibt es damit „Zeitgeschichte im Vorbeigehen“.