Zu schade als Politik-Spielball. Über die Debatte über die Bäume an der Ringstraße.

Von Martin Kalchhauser. Erstellt am 04. Februar 2020 (04:59)

Die Ringstraße muss saniert werden. Hand in Hand damit repariert die Stadt den 100 Jahre alten Kanal darunter.

So weit herrscht Konsens. Doch es spießt sich im Detail, weil dem Millionenprojekt mehrere der teils Jahrzehnte alten Bäume weichen müssen.

2019 wurden anonyme Hetzschriften verteilt – mit der kuriosen Begründung, die Blätter seien für das neue 5G-Handy netz störend. SPÖ-Stadtchef Reinhard Resch stand als potenzieller „Baummörder“ im Fadenkreuz. Nun schießt sich auch sein ÖVP-Vize Erwin Krammer auf das Thema ein. Er hat es schwer, seine Sorge um die Bäume glaubhaft zu vermitteln. Lange war die ÖVP in Krems an der Macht und nicht gerade grün-affin. Was an Gehölz im Weg war, machte Bekanntschaft mit der Kettensäge …

Umso mehr sollten die Bäume heute aus der parteipolitischen Auseinandersetzung herausgehalten werden. Schön, dass sie an Wichtigkeit gewinnen. Als Politik-Spielball wäre aber definitiv jeder einzelne zu schade.