Der Wolf und die vielen Märchen. Udo Sagl über den schlechten Ruf von Meister Isegrim.

Von Udo Sagl. Erstellt am 01. August 2017 (05:43)

Gelächter am Stammtisch. Ein Witz nach dem anderen wird erzählt. Unter anderem einer, der für besonders viel Heiterkeit sorgt.

„Warum soll das Gefängnis von Stein nach Allentsteig verlegt werden? Weil man sich dort die Wache erspart. Sobald ein Verbrecher ausbricht, wird er von den Wölfen gefressen.“

Jaja, der Wolf. Seit er sich wieder bei uns „herumtreibt“, ist er in aller Munde. Und es stellt sich heraus, dass er immer noch den gleich schlechten Ruf hat wie zu Rotkäppchens Zeiten. Schon geht die Hatz los, wenn auch (vorerst) nur verbal.

Dabei kann man Meister Isegrim wirklich viel „Böses“ nachsagen, etwa dass er Rehe reißt, wenn er Hunger hat, oder dass er sich über Schafe hermacht. Aber: Menschen frisst er nicht!

„Kaum jemand wird es bemerken, wenn Wölfe in der Nähe sind. Sogar wenn sich die Tiere direkt neben einem Wanderweg befinden, warten sie ganz geduldig, bis die Menschen an ihnen vorbeigegangen sind“, sagen Experten des WWF.

Alle, die behaupten, man müsse sich beim Schwammerlsuchen fürchten, sind Märchenerzähler. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.