Fehler auf beiden Seiten. Über David Fischers Verbandswechsel.

Von Franz Aschauer. Erstellt am 01. Juli 2020 (05:52)

Der Österreichische Gewicht heberverband (ÖGV) hat Erfahrung im Vergraulen von Top-Athleten. Das zeigt das Beispiel Matthias Steiner. Und doch ist die Klärung der Schuldfrage im Fall des Rohrendorfers David Fischer eine komplexe Angelegenheit. Zwischen Mails von Verbandsfunktionären, Anwaltsschreiben, WhatsApp-Verkehr, und Dokumenten der Staatsanwaltschaft den Überblick zu bewahren – keine leichte Sache.

Fakt ist: Ewald Fischer hat seinen Kindern zu Trainingszwecken Stimulanzien verabreicht. Nun ist das im Kraftsport nicht unüblich, gutzuheißen ist es bei einem Blick auf die Beipackzettel trotzdem nicht. Fakt ist auch, dass ein ÖGV-Funktionär David Fischer an die NADA ausgeliefert hat, ohne Beweise für Dopingmissbrauch zu haben.

Die ganze Familie – auch Omis Auto-Kennzeichen und private Fotos von David Fischers Freundin fanden Eingang in den Ermittlungsakt – stand deswegen unter Beobachtung. Ein Umstand, der auch heute noch für Unbehagen sorgt. Und Fakt ist auch, dass der ÖGV mit Gerhard Peya einen Präsidenten hat, der einen machthungrigen Funktionärstypus verkörpert, den es 2020 eigentlich nicht mehr geben sollte.

Der Nischensport Gewicht heben verliert in Österreich durch den Nationenwechsel von David Fischer und seine Hintergründe weiter Ansehen.