Geheimsache wird Chefsache. Udo Sagl über die brandneuen Gefängnispläne.

Von Udo Sagl. Erstellt am 16. Januar 2018 (04:48)

Der Mann hat Format: Wenn Gottfried Haber etwas sagt, dann hört man auf ihn.

Um ein Haar wäre der Kremser Uni-Professor und dreifache Akademiker neuer Finanzminister geworden. Dann hätte er sich gleich auf der Regierungsbank mit seinem Ministerkollegen Josef Moser über seine höchst brisanten Vorschläge zur Absiedelung der Justizanstalt Stein unterhalten können.

Haber hat die Studie schon im Vorjahr fertiggestellt. Die angekündigte Veröffentlichung wird immer weiter aufgeschoben, und so liegt die Expertise seit Monaten unter Verschluss.
Wozu die Geheimniskrämerei? Ist der Inhalt der Studie so furchtbar, dass man ihn der Bevölkerung nicht zumuten kann? Nein, die Verzögerung hat praktische Gründe: Koalitionsbruch, Neuwahlen, Ministerwechsel.

Außerdem: Das Gutachten birgt zwar – wie gesagt – nichts Schreckliches, aber doch einigen politischen Zündstoff: In Mautern wird‘s wohl Sicherheitsbedenken geben, Krems wird seine Steuereinnahmen verteidigen wollen.

Logisch also, dass man Stein zur Chefsache erklärt hat. Der Chef heißt Moser – und der muss sich halt noch ein bisserl in die Häfen-Sache einlesen.