Hoffnungen als Mühlstein. Martin Kalchhauser über die Bürde der neuen Bundesrätin.

Von Martin Kalchhauser. Erstellt am 22. Januar 2019 (05:41)

Eines muss man neidlos zugestehen: Eine Überraschung ist der ÖVP mit der Präsentation Doris Berger-Grabners als neue Bundesratsabgeordnete gelungen. Mit der Kremser FH-Professorin hatte wohl kaum jemand gerechnet.

Die Kandidatin „aus der zweiten Reihe“ ist politisch ein unbeschriebenes Blatt, auf keinen Fall eine „Parteisoldatin“. Das kann ein Vorteil sein und Wechselwähler ansprechen.

Sofort gab es intern natürlich auch Überlegungen, die Neue im Bundesrat für die kommende Wahl in der Stadt Krems (2022) in Stellung zu bringen. Ihr Nachteil: Während man mit ihrer Vorgängerin Sandra Kern einen Pfeil dafür im Köcher hatte, muss sich die Neue erst profilieren. Dafür ist die Zeit knapp.

Abgesehen von anderen Überlegungen – eine Person aus der Stadt und eine Frau musste es sein! – hat das Thema wohl im Hintergrund mitgespielt. Die ÖVP tut gut daran, die großen Hoffnungen nicht zum Mühlstein um den Hals der Newcomerin werden zu lassen.