Langsames Ausbluten. Über die undifferenzierte Behandlung des Sports.

Von Franz Aschauer. Erstellt am 17. Februar 2021 (00:10)

Der Obmann des Union Tennisclubs Mitterau, Max Fürtler, hat sich mit einem Hilferuf (siehe Seiten 74/75) an die NÖN gewendet. Die Tennishalle im Stadtteil von Krems ist wie alle anderen im Land seit Monaten dicht. Während die Kosten zur Erhaltung der Infrastruktur weiterhin anfallen, kommen die versprochenen Entschädigungen des Bundes entweder gar nicht oder lassen auf sich warten. Die Situation ist existenzbedrohend.

Das kollektive Verbot jeglicher gemeinsamer körperlicher Betätigung in geschlossenen Räumen lässt den organisierten Sport langsam ausbluten. Der undifferenziert brachiale Umgang ist längst nicht mehr rational erklärbar. Masken, Eintrittstests, getrenntes Umkleiden: Es wäre ein Leichtes, Abstandssportarten wie Tennis sofort zu reanimieren.

Trotzdem wird vor Ostern nichts dergleichen passieren. Warum? Weil der Sport in der Prioritätenliste der Politik irgendwo zwischen Kinos und Nachtclubs rangiert. Ein Sportminister, dem in einer Koali tionskrise gerade die Wähler davonlaufen, wird sich davor hüten, ein weiteres Fass aufzumachen.