Bitteres Ende voll im Trend. Bert Bauer über das endgültige Auflösung des SC Senftenberg.

Von Bert Bauer. Erstellt am 22. Januar 2019 (04:42)

Zufall oder nicht. Beim Stöbern im Archiv für ein passendes Foto für diese Ausgabe stach mir ein Bild mit Senftenberger Jungkickern ins Auge, das im Jänner 1999 veröffentlicht wurde. Fast auf den Tag genau, 20 Jahre später, gab die Kremstaler Klubführung die endgültige Vereinsauflösung bekannt. Damit setzt sich ein Trend fort, der immer mehr um sich greift. Zuletzt gab mit St. Georgen sogar ein Klub der Gebietsliga auf.

Die Gründe für das Aus sind überall nahezu gleich: Es fehlen eigene Nachwuchskräfte und Funktionäre. Letztere kommen durch steigende Vorschriften und das Damoklesschwert der Privathaftung abhanden.
Auch in Senftenberg konnte das Budget mangels günstiger Eigenbauspieler nicht mehr aufgebracht werden. Hinzu kommt noch der schmucke, aber weitab vom Ort gelegene Sportplatz, der von den Heimischen nie richtig angenommen wurde. In der finalen Saison verirrten sich oft nicht mehr als zehn Zuschauer auf die „Alm“.

Die Identifikation mit dem Klub war verloren gegangen. Wer will nur „Fremdarbeiter“ anfeuern, die ausschließlich wegen des schnöden Mammons den Kremstaler Dress tragen?
Mit dem SC Senftenberg schließt sich ein Kapitel erfolgreicher regionaler Sportgeschichte. Das tut weh und sollte den Verantwortlichen unserer Fußballklubs zu denken geben.