Ein Hauch von Fußballromantik. Nikolaus Frings über den womöglich besten Kremser Transfer der Vereinsgeschichte.

Von Nikolaus Frings. Erstellt am 30. Januar 2018 (02:32)

„Oft verhandelst du mit Spielern, die sich die Schuhe nicht richtig anziehen können, aber vierstellige Beträge einfordern, wenn du sie verpflichten willst“, sprach Frenkie Schinkels im Rahmen der Kabinengespräche damit zweifellos auch einen Punkt an, mit dem sich viele Vereinsfunktionäre in Transferzeiten konfrontiert sehen.

Den Kremsern selbst gelang aber ein Coup einer ganz anderen Kategorie. Ja, anscheinend schreibt der Fußball auch noch diese Geschichten: Lukas Thürauer löste seinen Vertrag in St. Pölten auf und wechselte, trotz etlicher gewiss höher dotierter Angebote, zurück zu seinem „Lieblingsverein“, dem Kremser SC. Zwar wird Thürauer in Krems auch nicht „für ein paar Wurstsemmeln“ spielen, der Wechsel an sich stellt aber dennoch eine bemerkenswerte Ausnahme dar.

So außergewöhnlich sich dieser Wechsel vollzog, so wichtig war er für den KSC selbst. Durch den Thürauer-Transfer gelang es Schinkels und Co., gleich an mehreren intern eher problematischen Fronten für Beruhigung zu sorgen. Die Stadt Krems bekommt ein neues Aushängeschild, die eigene Jugend ein neues Vorbild. Neue Sponsoren stehen Schlange, und auch der Traum vom Titel im Jubiläumsjahr ist plötzlich weit mehr als bloß ein romantischer Gedanke.