Ein Maß für alle Spiele. Über die volle Härte des Regelwerks in Freundschaftsspielen.

Von Franz Aschauer. Erstellt am 11. Februar 2020 (02:30)

Ein Handspiel des Tormanns, der den Ball beim Abschlag aus dem Strafraum zu spät loslässt. Diese ergebnisbeeinflussende Fehlbeobachtung von Referee Christian-Petru Ciochirca beim Cupspiel Amstetten gegen Salzburg war nicht die einzige Entscheidung eines Unparteiischen am Wochenende, die polarisierte.

Rund eineinhalb Autostunden östlich, in Wien-Kaiserebersdorf, gingen die Wogen ebenfalls hoch. Schiedsrichter Zsolt Kerekes schickte Lichtenaus Fatih Mutlu in einem Freundschaftsspiel nach einem Foulspiel mit Rot unter die Dusche, eine Sperre für zumindest ein Spiel ist wohl die Folge. Der Bruder des Übeltäters, Spielertrainer Ramazan Mutlu, hätte sich mehr Nachsicht erhofft. Nun ist der frühere Rapidler mit seinen 41 Jahren ohne Zweifel ein Spieler vom alten Schlag, bei der die Forderung nach einer Lösung ohne viel Wirbel nicht überraschend kommt.

Genauso wenig darf „Rambo“ aber überraschen, dass ein Schiedsrichter ohne jeglichen Bezug zu seiner Mannschaft sich genau an die Regeln hält. Die Zeiten des gnadenhaften Rausschickens ohne Verhängung einer Strafe sollten ohnehin längst der Vergangenheit angehören. Es gibt keine profunde Argumentationsbasis dafür, bei Freundschaftsspielen mit einem anderen Maß zu messen als in der Meisterschaft.