Es ist nicht alles Gold, was glänzt. Stefan Berndl über die Probleme des Frauenfußballs hinter der EM-Euphorie.

Von Stefan Berndl. Erstellt am 01. August 2017 (05:00)

Rekordeinschaltquoten im ORF, so viel Berichterstattung wie selten zuvor, sportlich sensationell unterwegs. Keine Frage: Der Frauenfußball, genauer gesagt die Nationalmannschaft, sorgt derzeit – völlig zu Recht – für große Euphorie. Die Auftritte bei der EM in den Niederlanden zeigen, dass sich die Frauen vor ihren männlichen Kollegen ganz und gar nicht verstecken brauchen.

Doch es ist nicht alles Gold, was glänzt: Während die Spitze für sportliche Erfolge sorgt, hat der Frauenfußball in der Breite nach wie vor zu kämpfen. Fehlende Sponsoren, fehlendes Personal, mangelnde Attraktivität. Das eine bedingt meist das andere. Die Probleme sind überall dieselben. Langenlois und zuletzt auch Furth mussten das schmerzlich erfahren. Im Bezirk ist damit Paudorf die letzte Anlaufstation für junge Mädchen und Frauen, die Fußball spielen wollen.

Ausruhen darf man sich auf den Erfolgen des Frauen-Nationalteams daher nicht. Die vorhandene EM-Euphorie muss nun genutzt werden, um dem Frauenfußball auch langfristig weiterhelfen zu können. Dabei sind alle gefordert: die Verbände, die Vereine, und ja, auch die Medien. Denn ansonsten besteht die Gefahr, dass der Frauenfußball in wenigen Wochen und Monaten wieder in der Versenkung verschwindet.