Jedes Jahr dasselbe Spiel. Florian Braunauer über die Trainerentlassung beim KSC, die Erinnerungen weckt.

Von Florian Braunauer. Erstellt am 07. Juni 2017 (02:54)

Kurt Jusits und der KSC – ein weiteres Kapitel, das beendet ist und in die Annalen des Wachauer Traditionsklubs eingeht. Sportliche Gründe und persönliche Zerwürfnisse sollen zum Ziehen der Reißleine geführt haben. Die Ansichten der Verantwortlichen und von Jusits selbst lassen sich freilich schwer zu einer kohärenten Version zusammenstoppeln.

Interessant ist in Anbetracht der aktuellen Ereignisse vor allem die Entstehungsgeschichte, hinter der sich beinahe so etwas wie ein System erahnen lässt. Ein Trainer ist sportlich erfolgreich, schlittert auf der Zielgeraden hauchdünn am Aufstieg vorbei und wird daraufhin „einvernehmlich entlassen“. Diese Schritte haben auch andere Jusits-Vorgänger durchlebt.

Stefan Kogler und Christian Karl zum Beispiel. Dass die Medaille immer zwei Seiten hat, sei auch gesagt – der KSC hat in all diesen Fällen den zum Ziel erklärten Regionalliga-Aufstieg verpasst. Entscheidend ist dabei auch nicht das Was, sondern das Wie. So betitelte etwa Obmann Werner Nürnberger Trainer Jusits als „den besten in meiner Amtszeit“. Und das, obwohl er doch angeblich in höchste Ungnade gefallen sei. Auf eines kann man sich beim KSC verlassen: Fast jährlich wird an vermeintlichen Baustellen gearbeitet, die echten Probleme bleiben offensichtlich unter der Erde.