Niemand will Meister werden. Über einen pseudo-psychologischen Kniff.

Von Franz Aschauer. Erstellt am 16. Juli 2019 (02:12)

Acht Neuzugänge machen den ESV Krems zwar nicht zum quantitativen Transferkrösus in der 2. Klasse Wachau. Wer aber einen Milan Krempasky an Bord holt, den werden in der Marillenliga nicht viele andere Vereine qualitativ überbieten.

Die „Lok“ ist 100 Jahre nach ihrer Gründung Titelkandidat Nummer eins. Aussprechen will das beim ESV aber niemand. Trainer Michael Mitterböck gibt gar die absurde Zielsetzung „Top-zwei-Platz“ aus. Als Vizemeister glücklich, mit Platz drei zu Tode betrübt?

Ein ähnliches Szenario spielt sich in der 1. Landesliga ab. Nur ist es in Niederösterreichs Oberhaus gleich ein Triumvirat, das die vermeintlichen Tabu-Worte nicht aussprechen will. Weder Retz, Kottingbrunn noch Krems gehen auf den Titel los. Und das, obwohl sie ihn alle drei wollen. Klingt paradox – und ist auch so. Aber was steckt dahinter?

Immer wieder hört man von Trainern als Beweggrund, „um den Druck zu reduzieren“. Dabei wird ein Großteil der Kicker bezahlt, um sportliche Erfolge zu feiern. Wieso nicht vom Start der Vorbereitung weg einer Mannschaft mit einer „Wir-wollen-den-Titel-Zielsetzung“ Selbstvertrauen einflößen, anstatt diesen pseudo-psychologischen Kniff anzuwenden? Frei nach dem Motto „Weniger Vorsicht, mehr ,Mia-san-mia‘-Mentalität“.