Prioritäten richtig setzen. Über Kaderverbreiterung und Rohrendorfs Herkulesaufgabe

Von Franz Aschauer. Erstellt am 14. Januar 2020 (02:26)

Auch wenn die laufende Übertrittszeit bisher ziemlich ruhig verläuft: Bei so manchem Vereinsfunktionär kann man schon einmal den Eindruck gewinnen, er verpflichtet Spieler um des Verpflichtens willen. Was steckt sonst dahinter, wenn auf Positionen eingekauft wird, die eigentlich vollbesetzt sind?

Gelegen kommt da vielen der Begriff Kaderverbreiterung. Ein Präventivschlag gegen den Verletzungsteufel sozusagen. Ob es notwendig ist, in einer 2. Klasse mit einem 16-Mann-Kader anzutreten, ist zumindest diskussionswürdig. Die Gruppe Wachau ist unter diesem Gesichtspunkt jedenfalls noch einer der Nachzügler, Vereine mit mehr als 14 reinen Kampfmannschaftsspielern sind die Ausnahme.

Nicht größer als viele Kader in der „Marillenliga“ war im Herbst das Aufgebot von Rohrendorf in der 2. Landesliga. Deswegen auch die wagemutige Ansage von Franz Scheichl, „vier bis fünf Spieler“ verpflichten zu wollen. Sofern alle Stammplatzpotenzial haben sollen, ist das im Winter eine Herkulesaufgabe für jeden Sportlichen Leiter. Was Rohrendorf wirklich braucht, sind Verteidiger. Es wäre ratsam, das Hauptaugenmerk darauf zu legen. Einem Michael Wildpert, der seit Jahren als Solospitze seine Tore macht, einen Partner zu besorgen, wäre Geldverschwendung.