Tanz auf der Nase geht weiter. Franz Aschauer über eine gängige Praxis im Profi- und Amateurfußball.

Von Franz Aschauer. Erstellt am 19. Februar 2019 (02:16)

Ob die Admira mit Ernst Baumeister oder nun auch Cup-Sensation GAK mit Enrico Kulovits – es werden immer mehr Vereine, die die fehlende Ausbildung ihres Cheftrainers mit Lizenzgebern kompensieren. Auch in der 1. Landesliga ist diese Vorgangsweise mittlerweile gang und gäbe. Spratzern hat es gemacht, Waidhofen an der Thaya macht es mit Lukas Meisner/Helmut Lamatsch noch immer, und im Bezirk Krems greifen jetzt sogar der KSC und Rohrendorf auf einen Trainer mit der notwendigen UEFA-B-Lizenz zurück, der aber de facto nicht als Chefcoach agiert.

Soll man den Vereinen deswegen einen Vorwurf machen? Nein! Es ist durchaus legitim, sich das lasche Reglement zunutze zu machen. Selbst Ernst Schicklgruber, langjähriger Funktionär beim Fußballverband, gibt zu bemerken: „Wo kein Kläger, da kein Richter.“

Sollte dem Schlupfloch-Suchen Einhalt geboten werden? Nicht zwingend. Für ein Regelwerk, das diesem Namen auch gerecht wird, muss an anderer Stelle angesetzt werden. Nämlich bei den Kriterien für die Teilnahme an den Trainerausbildungen. Körperliche Fitness sagt nichts über die Eignung als Trainer aus. Und auch die Erfahrung als Profi-Fußballer gibt nur bedingt Rückschlüsse auf die Fähigkeit, ein guter Coach zu sein.