Viel Schaden angerichtet. Über das Urteil gegen Referee Gottfried Jelinek.

Von Franz Aschauer. Erstellt am 13. August 2019 (02:44)

Ist es schlau, seinem Ärger über Facebook Luft zu machen? Nein, in wohl keinen Belangen des Lebens ist Social Media das geeignete Mittel zur Frustbewältigung. Gottfried Jelinek, mittlerweile Ex-Schiedsrichter aus Furth und Trainer des SC Getzersdorf, hat es trotzdem gemacht. Wer jetzt sagt, er habe dem niederösterreichischen Schiedsrichterwesen dadurch geschadet, der hat recht. Viel mehr Schaden haben aber die blau-gelben Referee-Bosse selbst angerichtet.

80 Euro Strafe für ein Spritzer-Foto auf Facebook nach einem sportlich völlig belanglosen Jux-Turnier. Die Vorgehensweise des Disziplinarausschusses ist steinzeitlich, absurd und selbstschädigend. Dem Gremium würde es guttun, öfter Sportplätze zu besuchen. Dass Schiedsrichter nach getaner Arbeit Bier oder Wein trinken, ist keine Ungewöhnlichkeit. Und übrigens auch absolut nicht verwerflich. Wieso sollten sich die Unparteiischen zügeln, wenn sich die Kicker gehen lassen?

Jelinek setzte mit seinem Rücktritt einen bemerkenswerten Schritt. Er muss ein Wachrüttler für das Schiedsrichterkollegium sein. Denn eines muss klar sein: Viele junge Leuten sehen den Referee schon jetzt als verstaubte, spießige und unlockere Person. 80 Euro Strafe für eine derartige Lappalie verbessern dieses Bild nicht.