Stellenangebot: "Wunderwuzzi". Udo Sagl über den Plan, einen City-Manager zu engagieren.

Von Udo Sagl. Erstellt am 08. September 2014 (08:57)

„Leere Geschäfte. Die Auslagen sind verwahrlost. Bei uns schaut es schon aus wie im Ostblock . . .“ Eine aktuelle Bestandsaufnahme, auf das triste Erscheinungsbild der Fußgängerzone bezogen? Nein, ein Hilferuf von Wirtschaftsbund-Chef Karl Heinz Hagmann im März 1996 . . .
Damals, also vor 18 Jahren, sah man das Heil in der Ausarbeitung eines Zukunftskonzepts – „City Marketing“ genannt.

Heute sieht man die Lösung zur Wiederbelebung der aussterbenden Altstadt im Engagement eines „City-Managers“. Oh, wie sich die Namen und die Bilder gleichen.
Was kam damals heraus? Der mit Vorschusslorbeeren bedachte Stadtmanager – in der Person eines oberösterreichischen Experten – wurde nach knapp zwei Jahren wieder nach Hause geschickt. Und das Konzept blieb Papier.

Neue (einheitliche) Öffnungszeiten, Abstimmung des Warenangebots – das alles war (und ist) nur Wunschdenken, damals wie heute. Hauptgrund: Die sehr verschiedenen Eigeninteressen der Geschäftsleute stehen über dem gemeinsamen Ziel.

Demzufolge ist das (fiktive) Anforderungsprofil für den Kremser City-Manager recht anspruchsvoll: „Wunderwuzzi“ gesucht, Doktorat in Psychologie als Voraussetzung, Zauberkünste von Vorteil . . .