Welpenschutz ist vorbei. Über eine unglaubliche Vorstellung Rohrendorfs im Derby.

Von Franz Aschauer. Erstellt am 20. August 2019 (01:32)

Wild gestikulierend und laut diskutierend gingen Chefcoach Sascha Kiss und Tormanntrainer Stephan Schön in die Kabine. Das Unverständnis für den blutleeren, lustlosen und völlig inakzeptablen Auftritt ihrer Schützlinge war den Rohrendorfer Betreuern schon nach dem Pausenpfiff ins Gesicht geschrieben. Als Außenstehender hätte man meinen können, die Spieler revoltieren gegen ihren Trainer. Das war aber sicher nicht der Fall. Das Verhältnis zwischen Kiss und der Mannschaft ist gut.

Wochenlang fiebern Spieler und Trainer gleichermaßen auf den Meisterschaftsstart hin. Wenn dann noch dazu ein Kracher gegen Haitzendorf wartet – das einzige Derby in der Halbsaison –, zu dem 750 Zuschauer kommen, juckt es im Normalfall schon tagelang davor unter den Nägeln. Bei Rohrendorf war von dieser Motivation keine Spur. Einzelne Spieler wirkten nach 20 Minuten ausgelaugt.

Es hätte schon im ersten Durchgang eine Führungsfigur gebraucht, die ihre Mannschaftskollegen lautstark wachrüttelt. Kapitän Johannes Sacher ist das nicht. Auch Coach Kiss war an der Seitenlinie zu ruhig. Besonnenheit ist gut, war in diesem unfassbaren Szenario aber nicht angebracht. Der Welpenschutz ist vorbei. Will Kiss die Kontrolle behalten, muss er rauere Töne anschlagen.