Zweite Halbzeit entscheidet. Karl Pröglhöf über zweieinhalb Jahre Reinhard Resch als Bürgermeister.

Von Karl Pröglhöf. Erstellt am 18. Mai 2015 (08:10)

Man erinnert sich an die Bilder vom Wahlabend im Oktober 2012, als die SPÖ überraschend mandatsstärkste Partei wurde: Ihr Spitzenkandidat Reinhard Resch sah im Moment des Erfolges nicht wie der strahlende Sieger aus. „Was habe ich alles versprochen? Wie kann ich die Versprechen jetzt halten?“ Derartige Fragen mögen ihm durch den Kopf geschossen sein. Wie auch immer.

Ein Ziel hat Resch zweifellos erreicht: Das Gesprächsklima unter den Parteien ist eindeutig besser geworden. Auch die kleinen Fraktionen sind in die Ausschüsse eingebunden, der Informationsfluss stimmt. Wenn es bei Projekten oder Veranstaltungen um ein Foto für die Zeitung geht, holt Resch immer einen Vertreter des Arbeitspartners ÖVP mit aufs Bild. Beim Pressegespräch zur Halbzeitbilanz waren sogar alle Fraktionen mit im Boot.

Umgekehrt musste Resch erfahren, dass man als Opposition leicht Forderungen stellt, die man als Regierender schwer oder gar nicht umsetzen kann. Stichworte: Parkzonen, neue Badearena.

Was bei den Bürgern wie stark ins Gewicht fällt, wird man nach der zweiten Halbzeit in zweieinhalb Jahren sehen.
 

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