Kremser Ringstraße: „Kampf um jeden einzelnen Baum!“. Vize Krammer will Plan für Ringstraße nochmals prüfen. Stadtchef Resch kontert Vorwurf der zu späten Information.

Von Martin Kalchhauser. Erstellt am 04. Februar 2020 (04:54)
ÖVP-Vizebürgermeister Erwin Krammer auf der Ringstraße: Alleine vor dem Realgymnasium sollen sieben alte, seiner Aussage nach noch gesunde Bäume, der Umgestaltung weichen. Foto: Martin Kalchhauser
Martin Kalchhauser

Mit seinem Dringlichkeitsantrag in der Gemeinderatssitzung am 29. Jänner blitzte ÖVP-Vizebürgemeister Erwin Krammer ab – doch den Kampf gegen ein seiner Meinung nach unnötiges Umschneiden von Bäumen im Zuge des Kanalprojekts Ringstraße will er weiterkämpfen.

Im Antrag der schwarzen Gemeinderäte heißt es, der Bürgermeister möge „gemeinsam mit dem Planungsteam und dem Baumgutachter alle Möglichkeiten zum Erhalt der Alleebäume entlang der Ringstraße prüfen und umsetzen“.

Dem Vorwurf, er melde sich sehr spät – wie berichtet, soll das vierteilige Großprojekt ja schon am 24. Februar anlaufen –, entgegnet Krammer, dass er das Projekt erst Ende November im Detail einsehen konnte. „Ich habe aber schon Ende 2019 gesagt, dass ich das so nicht will!“

„Ich werde alle Möglichkeiten ausschöpfen, möglichst viele Bäume zu erhalten.“ÖVP-Vizebürgermeister Erwin Krammer

„Was man sich da überlegt hat, weiß ich nicht“, führt er seine Expertise als Planer ins Treffen. Als Beispiel für vermeidbare Schlägerung führt Krammer den Bereich des BRG Ringstraße an. „Zwischen Heinemann- und Hamerlingstraße kommen alle sieben Bäume weg, darunter eine rund 90 Jahre alte Linde mit über zwei Metern Stamm-Umfang.“ Laut Baumgutachten habe diese noch eine „bedeutende Funktion“ und „mittlere Lebenserwartung“.

Konkret meint der Kremser Stadtvize, dass einzelne Bäume („Das sind effektive Klimaanlagen!“) entgegen dem Plan, der ihre Beseitigung und Ersatzpflanzungen vorsieht, gerettet werden könnten, würde man den Plan der Neugestaltung nur minimal adaptieren. „Man kann das, zumindest in Teilbereichen, auch anders machen.“ So könnte etwa eine geringfügig spätere Verschwenkung des geplanten Radwegs oder das Opfern eines geplanten Parkplatzes einige Bäume retten.

„Ich will für das Thema sensibilisieren, die Leute aufwecken und werde alle Möglichkeiten ausschöpfen, möglichst viele Bäume zu erhalten“, kündigt Krammer an. „Wenn ich nur fünf Bäume retten kann, bin ich zufrieden. Jeder einzelne Baum ist es wert, für ihn zu kämpfen.“

Hoher Aufwand für die Rettung vieler Bäume

Stadtchef Reinhard Resch, dessen SPÖ das Vorhaben mit ihrer Stimmenthaltung vereitelte (alle anderen Fraktionen stimmten zu), betont, dass Krammer sehr wohl vorinformiert gewesen sei. „Das Baumgutachten liegt seit dem Sommer allen Fraktionen vor!“ Viele Bäume würden mit hohem Aufwand erhalten, einige müssten aber entfernt werden. Unter anderem sei dies wegen des geplanten neuen Radweges nötig.

„Wir haben alles mehrmals akribisch untersucht. Es wird künftig auf der Ringstraße sogar mehr Bäume geben als jetzt“, verweist Resch auf die geplanten Ersatzpflanzungen. Der Baumgutachter werde aber – voraussichtlich nach der Semesterferienwoche – nochmals kommen und für Fragen der Mandatare zur Verfügung stehen.

Umfrage beendet

  • Beispiel Ringstraße: Sind Bäume in Krems ausreichend geschützt?