42 Jahre voll Leidenschaft: Spitals-Koch in Pension. Chefkoch Robert Steiner verabschiedete sich bei ganzem Klinikum-Team in Krems mit Geschenken.

Von Martin Kalchhauser. Erstellt am 09. Februar 2020 (06:23)
Zum Abschied verteilte Robert Steiner (Mitte) am vergangenen Dienstag hunderte Schokoladegrüße und Lesezeichen unter den Besuchern des Speisesaals im Klinikum Krems. Auch Jürgen Groiss, Snejana Ruhm, Eva Lampeitl und die Ärzte Miloš Brndiar, Tomaš Bohanes und Bahil Darsoon Ghanim (von links) bekamen ein Abschiedsgeschenk.
Martin Kalchhauser

1978 begann Robert Steiner (62) in der „Uralt-Küche“ des damaligen städtischen Kremser Krankenhauses zu arbeiten. 1995 avancierte er zum „Chefkoch“, ehe er das Feld seinem nunmehrigen Nachfolger Christian Fertl überließ und in die Altersteilzeit eintrat.

Jetzt verabschiedete sich der sympathische Küchen-Profi in die Pension – und verteilte am vergangenen Dienstag an alle Bediensteten des Hauses Schokolade und Lesezeichen, und eine Gratis-Nachspeise gab es obendrauf.

„Wir haben viel positives Feedback bekommen. Unser Engagement hat sich bezahlt gemacht.“Robert Steiner

In seinem Mail an alle Mitarbeiter erinnerte sich Steiner an eine lange zurückliegende Begegnung mit einer Ratte. Und auch an die Entwicklung der Küche zu einem Top-Betrieb auf hygienischem und fachlichem Top-Niveau. Zehn Köche mit diätetischer Ausbildung, ein Fleischhauer und ein Konditor – insgesamt 26 Personen – sorgen täglich für bis zu 850 Essen für Patienten und Mitarbeiter. Steiner: „Unsere Küche ist trotz ihres Alters von 40 Jahren im Top-Zustand. Ich konnte dafür sorgen, dass laufend Investitionen getätigt wurden.“

Er gehe mit einem lachenden und einem weinenden Auge, betont der Neo-Pensionist: „Wir haben viel tolles Feedback bekommen. Unser Engagement hat sich bezahlt gemacht.“

Er sieht die Küche bei Nachfolger Christian Fertl in guter Hand. Man sei nach GMP („Good manufactoring practice“) und Bio (über 30 % der verarbeiteten Ware) zertifiziert und kaufe großteils regional ein.

Fad wird auch die Zeit in der Pension nicht. Diese will Steiner seinen drei Enkelkindern (1, 2 und 3 Jahre alt) widmen, seiner Gattin Margit in deren kleiner Buchhandlung helfen und verstärkt in der Baptistenkirche „Joy for Life“ mitwirken. In die Arbeit war er täglich zu Fuß vom Thurnerberg ins Spital gegangen. Dafür, dass er auch künftig nicht zu wenig Bewegung macht, sorgt Hündin Cera. Außerdem sind Wandern, Walken und Radfahren geplant.