54 Einbrüche in 32 Jahren im Baderestaurant Kröll. Das Baderestaurant Kröll in Krems ist der Hotspot für Einbrecher. Inhaberin hat „jede Nacht Angst“.

Von Franz Aschauer. Erstellt am 28. November 2019 (09:53)
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Bargeld und eine Faustfeuerwaffe waren das Diebesgut bei einem Einbruch in das Baderestaurant Kröll am 16. November. Der Schaden: rund 10.000 Euro. Wirtin Christine Kröll spricht von einem „Insiderjob“ und verdächtigt einen ehemaligen Mitarbeiter. „Das muss so gewesen sein, sonst kann man nicht in drei Minuten so viel anrichten.“ Hintergrund: Obwohl die Polizei nur vier Minuten nach Auslösen des stillen Alarms vor Ort war, entkam der Täter.

Christine und Manfred Kröll mussten in ihrem Restaurant in der Badearena schon einiges mitmachen.
Archiv/Johann Lechner

Für Kröll gehören Einbrüche zum Alltag. Unglaubliche 54 Mal in 32 Jahren drangen Kriminelle in das Gasthaus in der Badearena ein. Auch wenn die Täter bis zum 16. November in allen Fällen ausgeforscht werden konnten, schätzt die Gastronomin, dass sie die Einbrüche über die Jahre rund 50.000 Euro gekostet haben. Leid ist Kröll aber vor allem um die vielen schlaflosen Nächte. „Wenn um Mitternacht eingebrochen wird, komme ich nicht vor sechs Uhr in der Früh ins Bett.“

Abgeschiedene Lage, alte Fenster und Türen

Heuer war es bereits der zweite Einbruch im Baderestaurant. Es habe aber auch schon Jahre gegeben, in denen fünfmal eingebrochen worden ist, sagt Kröll, die sich den Reiz ihres Wirtshauses für Einbrecher mit der „abgelegenen Lage“ erklärt. Außerdem sei ein Eindringen in die Badearena nicht gerade schwierig. „Die Fenster und Türen sind alt.“ Wünschen würde sie sich eine Kameraüberwachung im Außenbereich.

Auch wenn der Umgang mit den Einbrüchen mittlerweile Routine ist, belastet die Situation Kröll sehr. „Ich habe jede Nacht Angst. Mein Mann und ich schlafen immer mit dem Handy neben uns. Wenn es läutet, wissen wir schon, was los ist.“ Ausweg aus dem Dilemma sieht Kröll keinen. „Wenn unsere Mitarbeiter die Losung mit heim nehmen, dann haut ihnen womöglich am Parkplatz einer auf den Schädel. Irgendwann nehmen sie eine Geisel.“