Abbieger von Raser "abgeschossen": Vier Verletzte. "Ein Wunder, dass es da keinen Toten gegeben hat", kommentierte ein Augenzeuge eines ungewöhnlich heftigen Verkehrsunfalles auf der Ringstraße am 8. März das Geschehen. Tatsächlich gab es "nur" vier Verletzte. Die beiden beteiligten Pkws haben nur noch Schrottwert.

Von Martin Kalchhauser. Erstellt am 09. März 2019 (15:22)

Abbieger "abgeschossen"

Der Zwischenfall ereignete sich am Freitagnachmittag kurz nach 17.30 Uhr auf der der Kreuzung Ringstraße/Utzstraße (bei der Stadtpark-Trafik). Ein Richtung Zentrum fahrender Lenker (35), der in die Utzstraße Richtung Steinertor abbiegen wollte, wurde dabei von einem entgegenkommenden, auf der Ringstraße Richtung Stein fahrenden Pkw regelrecht "abgeschossen".

Zeugen über Raser einig

Zeugen des Vorfalles berichten übereinstimmend, dass der geradeaus fahrende Mercedes, den ein 18-Jähriger aus der Gemeinde Waldhausen, Bezirk Zwettl, lenkte, mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit unterwegs war. "Der ist mit mindestens hundert Sachen dahergerast", so einer der Beobachter der Szene, der dies auch gegenüber der Polizei zu Protokoll gab.

Über 50 Meter lange Bremsspur

Eine mehr als 50 Meter lange Bremsspur ist das nach wie vor gut sichtbare Zeichen des Versuchs des Rasers, den Zusammenstoß zu vermeiden. Vergebens. Beim Crash wurde der Passat auf der rechten Seite massiv deformiert, auch die Frontseite des anderen Fahrzeugs schwerst beschädigt.

Vier Verletzte im Krankenhaus

Vier Menschen landeten verletzt im Kremser Krankenhaus, darunter auch drei der Beifahrer des Rasers, zwei aus dem Bezirk Krems, zwei aus dem Bezirk Zwettl und alle zwischen 17 und 20 Jahre alt. Über das Motiv des "Rennfahrers" gibt es nur Vermutungen. Eher unwahrscheinlich ist, dass er die Grünphase noch erwischen wollte. Dazu war er schon zuvor viel zu schnell dran.

Beifahrer hätte Pech gehabt

Möglicherweise war es auch Imponiergehabe gegenüber seinen jugendlichen Mitfahrern, die zu diesem Verhalten verleitete. Sicher ist, so die Einschätzung eines Polizeibeamten dass ein Beifahrer im anderen Auto, dessen rechte Seite total eingedrückt wurde, nur mit schweren Verletzungen überlebt hätte. Der Lenker war zum Glück alleine unterwegs.

Rotkreuz-Notarzt im Einsatz

Alle Hände voll zu tun hatten die Hilfskräfte. Das Rote Kreuz Krems war mit drei Rettungsfahrzeugen und dem Notarzteinsatzfahrzeug im Einsatz. Die FF Krems musste bei beiden total beschädigten Fahrzeugen die Motorhauben mit Hilfe des hydraulischen Rettungsgeräts öffnen.

Fahrbahn grob verunreinigt

In weiterer Folge wurde ein Fahrzeug mit der Seilwinde auf das Plateau des Wechselladefahrzeuges gezogen und abtransportiert. Da die Fahrbahn großflächig mit Motoröl verunreinigt war, kamen mehrere Säcke mit Ölbindemittel zum Einsatz. Zur Reinigung der Straße wurde der Bauhof der Stadt Krems mit einer Kehrmaschine nachgefordert. Das zweite Unfallfahrzeug wurde mit dem Kran verladen und weggebracht. Während der Bergungs- und Reinigungsarbeiten musste der Kreuzungsbereich immer wieder, durch die Polizei, kurz gesperrt werden.

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