Arzt-Hotline für „Zeit der Angst“. Medizinerin Christine Saahs fordert zusätzliche Serviceeinrichtung für Corona-Opfer.

Von Martin Kalchhauser. Erstellt am 04. April 2020 (06:57)
Christine Saahs, Fachärztin für Kinderheilkunde, plädiert für eine zusätzliche Ärzte-Hotline.
Foto: Martin Kalchhauser

„Wir brauchen gerade in der ,Zeit der Angst‘ eine telefonische Anlaufstelle für Patienten, die mit einem Arzt besetzt ist“, fordert die Kremser Kinder- und Jugendmedizinerin Christine Saahs – auch in einem Mail an Minister Rudolf Anschober.

Derzeit gebe es keine Ambulanzen, keine Therapien, und auch Angst und Unsicherheit schlagen sich auf den Gesundheitszustand der Menschen nieder. „Ich merke, dass es wenig medizinisches Angebot gibt mit Ausnahme der Spitzenmedizin.“

Vor allem COVID-Erkrankte, die zu Hause sind, würden nicht betreut. „Niemand horcht sie ab, niemand beruhigt sie oder gibt Tipps.“ Leute ohne Ansprechperson seien völlig alleingelassen. Zehn bis zwölf Stunden pro Tag brauche es eine mit medizinischem Fachpersonal besetzte telefonische Anlaufstelle, ein niederschwelliges Angebot, wo man unbürokratisch („Ohne Datenangabe, ohne E-Card!“) schnell und unkompliziert Auskunft erhalte. Sie habe sich spontan umgehört und sofort Kollegen gefunden, die mitmachen würden.

Die Bemühungen der Allgemeinmediziner will Saahs nicht schmälern. „Es gibt Kollegen, die sich was einfallen lassen und Tele-Medizin bieten. Aber das reicht nicht.“