Badearena im Zeichen der Klimaneutralität. Stadt zieht Bilanz zu neun Jahren Klima- und Energiemodellregion Krems und stellt neue, grüne Projekte vor.

Von Johannes Mayerhofer. Erstellt am 30. Mai 2020 (14:20)
Zogen Bilanz zur Klima-Energie-Modellregion (KEM) Krems und boten einen Ausblick bis 2023: Umweltgemeinderat Martin Sedelmaier, Hannes Reithner von der Firma Hydro Ingenieure, die das Energiekonzept für den Badearena-Sporthallen-Komplex entwickeln, Bürgermeister Reinhard Resch, KEM-Manager Christian Braun, Umweltgemeinderat Albert Kisling und Baudirektor Reinhard Weitzer
Johannes Mayerhofer

Wird Krems bis 2030 „klimaneutral“ und energieautark, also unabhängig von fossilen Energieträgern? Dies ist ja das Ziel, seitdem die Stadt 2011 als „Klima- und Energiemodellregion“ ausgerichtet wurde. Dazu müsse aber an großen und an vielen kleinen Schrauben gedreht werden, hieß es bei einer Pressekonferenz im Rathaus. „Es geht vor allem um Energieeinsparung und die Nutzung regenerativer Quellen“, betont Bürgermeister Reinhard Resch (SPÖ). Es wurden zehn neu genehmigte Projekte mit einem Fördermittelbeitrag von 164.000 Euro bis 2023 vorgestellt. 25 Prozent der Summe muss die Stadt zusätzlich selbst aufbringen.

Energiezentrale für Sport- und Freizeitkomplex 

Eine der „großen Schrauben“ ist die geplante neue Badearena. „Wir überlegen schon im Vorfeld, wie wir Synergien des neuen Badekomplexes etwa mit der Sporthalle schaffen, um Energie klug zu nutzen. Ein hoher Anteil der regenerativen Energiearten steht auch im Vordergrund“, erklärt etwa Baudirektor Reinhard Weitzer. Zu diesem Zwecke soll eine „Energiezentrale“ für den gesamten Komplex eingerichtet werden. 

Mehr E-Ladestationen und E-Carsharing 

Nach vorne gebracht werden sollen auch das E-Carsharing und das Ladenetz der Stadt. „Fünf neue Standorte mit 20 Ladestationen sind geplant“, erklärt Umweltstadtrat Albert Kisling. Sechs davon werden auf der Ringstraße, zwei am Bahnhof und jeweils vier bei der Sporthalle, beim ehemaligen ÖAMTC-Parkplatz in Stein und bei der Park-and-Ride-Anlage bei der Feuerwehr installiert. Kisling erhofft sich dadurch höhere Attraktivität von E-Mobilität. „Momentan gehen wir von nur etwa 100 E-Autos in der Stadt aus.“ 

Fossile Brennstoffe und Erdgas noch immer relevant 

Nachdem an der Feuerwehrzentrale, dem Servicecenter Bauen und der Umladestation Krems bereits Photovoltaik-Anlagen (PVs) installiert worden waren, sollen bald weitere folgen. Stadtrat Martin Sedelmaier nennt etwa eine mit 70 Kilowatt Leistung relativ große Anlage für die in Renovierung befindliche Sporthalle. Durch diese und weitere Maßnahmen soll die Bedarfsdeckung der Stadt auf 100 Prozent erneuerbare Energie umgestellt werden. Doch bis 2030 ist noch ein weiter Weg zu gehen: Von den 10,5 Millionen Kilowattstunden Verbrauch der Stadt – der private Bereich und die öffentliche Beleuchtung sind hier ausgenommen - entfallen etwa 5 auf Fernwärme (und damit auch auf fossile Energieträger) und 2,4 auf Erdgas.